"Das radikal Böse "
Regie: Stefan Ruzowitzky, Deutschland/Österreich, 2013, 96 min.
Das radikal Böse ist ein Dokumentarfilm, der der Frage nachgeht, warum während des Zweiten Weltkriegs aus vielen „normalen, jungen Männern“ in deutschen Einsatztruppen Täter wurden.
Der Regisseur konzentriert sich auf die Täter des Reserve-Polizei-Bataillons 101, die zwischen 1941 und 1943 im Rahmen des Unternehmens Barbarossa in Osteuropa mindestens 38000 jüdische Männer, Frauen und Kinder erschossen. Es wurden aber auch Zitate anderer Täter unter die Zitate aus dem Off gemischt, ohne diese zuzuordnen. Als Darsteller wurden Komparsen eingesetzt. Der Film verzichtet auf die Nachstellung von Tötungshandlungen selbst und setzt originale Fotos und Filmaufnahmen nur sparsam ein.
„Das radikal Böse“ wird durch sechs Wissenschaftler und andere Experten analysiert. Ferner wurden für den Film einige psychologische Versuche nachgestellt und Interviews mit Forschern geführt. Da das gesamte Umfeld der Einsatzgruppen darauf fixiert war, wurde es für Einzelne zunehmend schwer, sich dem Töten zu entziehen, aber es war, wie Ruzowitzky in mehreren Interviews betont, möglich: „Die Existenz der wenigen, die nicht mitgemacht haben, zeigt, dass es kein Schicksal war, sondern eine individuelle, moralische Entscheidung."
„Der Regisseur wendet sich in seinem Film „gegen das religiöse Verständnis des Bösen, das wie eine „Urkraft“ plötzlich über uns kommen kann. Das Böse ist etwas von Menschen Gemachtes. Das ist unser Problem, aber auch unsere Chance. Denn wenn es von Menschen „gemacht“ ist, kann es auch von Menschen bekämpft werden, und man kann Maßnahmen setzen, damit dieses Böse nicht stark und übermächtig wird.“
Der Titel des Films spielt auf ein Zitat Hannah Arendts an: „Das radikal Böse ist das, was nicht hätte passieren dürfen, das heißt das, womit man sich nicht versöhnen kann (…), woran man auch nicht schweigend vorübergehen darf.“ (Wikipedia)
Eintritt: € 7,- für Erwachsene, € 4,- für Schüler und Studenten
Homepage: www.kuckuck.at , www.suedfilmfest.at
Aussender: Südfilmfest Amstetten, Batmaz Sevda, S.Batmaz@amstetten.at