Vortrag von Dr. Georg Hoffmann, aus dem Rahmenprogramm der VHS Amstetten zur internationalen Fotoausstellung „Das sichtbare Unfassbare – Fotografien vom Konzentrationslager Mauthausen“
In Amstetten kam es zu Kriegsende 1945 zu einer erheblichen Verdichtung von Gewalt, die sich in spezifischen Verbrechen ausdrückte. Der NS-Apparat versuchte dabei Loyalität zu erzwingen, indem Abschreckungs- und Vergeltungsmaßnahmen gesetzt wurden. Im Vortrag werden dabei zwei Verbrechenskategorien untersucht: organisierte Übergriffe auf abgeschossene amerikanische Flugzeugbesatzungen im März 1945 als Reaktion auf den Bombenkrieg sowie öffentliche Hinrichtungen sogenannter „Deserteure“ und „Selbstverstümmler“ im April 1945, als die Fronten des Bodenkrieges näher rückten.
Dr. Georg Hoffmann ist Historiker an der Universität Graz und Mitarbeiter am Grazer Centre for Military Studies. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich öst. Zeitgeschichte und Geschichte des alliierten Luftkriegs. 2014 promoviert er über Lynchjustiz an abgeschossenen westalliierten Flugzeugbesatzungen im heutigen österreichischen und ungarischen Raum (1943-1945).
Aussender: Johann Anglberger, Stadtgemeinde Amstetten, Kulturabteilung, Rathausstraße 1, 3300 Amstetten, Tel 07472/601-348, j.anglberger@amstetten.at