Paul Glaser präsentiert | Unterstützt von Franz Leberl
Mit Liedern aus Auschwitz, die nach 70 Jahren wieder zum Leben erweckt werden.
DIE GESCHICHTE
Ein Schock durchfährt Paul Glaser während eines Besuches in Auschwitz, als er in einer Vitrine einen Koffer aus den Niederlanden mit seinem Familiennamen entdeckt. Für ihn ist dies der Augenblick, das bis dahin sorgsam gehütete Geheimnis der jüdischen Wurzeln seiner Familie zu enthüllen und die bisher geheim gehaltene unglaubliche Überlebensgeschichte seiner Tante Rosie bekannt zu machen. Er schreibt ein Buch und beginnt, in Vorträgen die Geschichte zu erzählen. Diese temperamentvolle und emanzipierte Tanzlehrerin und Tänzerin aus Holland musste ihren Lebensmut gegen den nationalsozialistischen Terror verteidigen. Als die Deutschen 1940 die Niederlande besetzten, beginnen für die damals 25-jährige lebensfrohe Frau die schockierenden Erfahrungen mehrfachen Verrats durch holländische Kollaborateure und ein Leidensweg durch 7 Konzentrationslager. Mit einem außerordentlichen Lebenswillen, dem Handeln aus dem Herzen heraus und mit enormer Klugheit überlebte sie. Dazu erteilte sie den SS-Offizieren in Auschwitz Tanz- und Benimmunterricht und unterhielt sie mit Liedern, die sie vor Ort erdachte.
DAS BUCH
Paul Glasers Buch entstand aus Rosies Tagebüchern, Briefen und Fotos, Gesprächen und Recherchen in niederländischen Archiven. Es ist dies ein authentischer und emotionaler Lebensbericht. Aber die Geschichte erzählt auch vom Kampf zwischen Erinnern und Vergessen in einer Familie und von einem beharrlichen Bemühen des Autors, seine Familiengeschichte zu verstehen. Es geht um eine außergewöhnliche und wahre Geschichte, die einen tief in der Seele berührt. Sie zeigt, dass es einen scharfen Unterschied zwischen Gut und Böse im Krieg nicht gibt.
DIE MUSIKALISCHE MULTIMEDIALE PRÄSENTATION
Teil 1 stimmt als Prolog vor der Veranstaltung im Theater-am-Steg in die Swing-Musik aus Rosie Glasers Jugend ein. Die Melodien der 30-er Jahre werden durch das Hartwig-Eitler-Jazz-Quartett dargeboten. Irena Noskova singt.
Teil 2 ist der Kern der Veranstaltung. Darin erzählt Paul Glaser von seiner Tante. Damit erweitert er die Inhalte des Buches um eine Vielzahl an Bildern und Filmsequenzen der damals weithin bekannten Tänzerin und Tanzlehrerin, etwa aus Wochenschauen und aus einer 1942 filmisch dokumentierten illegalen Tanzschule auf einem Dachboden.
Teil 3 kehrt zum Wiener-Badener Hartwig-Eitler-Quartett mit der Sängerin Irena Noskova zurück. Erstmals seit 70 Jahren werden einige der im KZ erdachten und aufgeführten Lieder als Teil der Lebensgeschichte wieder zur Aufführung gebracht. Das Schlagzeug wird vom örtlichen Koordinator der Veranstaltung, Franz Leberl, betreut.
Teil 4 folgt auf eine Pause. Es erzählt Paul Glaser seine eigene Geschichte der Entdeckung seiner geheim gehaltenen jüdischen Herkunft. Er wurde 1947 in Maastricht geboren, ist katholisch aufgewachsen, war sogar Ministrant. Als ausgebildeter Wirtschaftsingenieur bekleidete er Führungspositionen in Bildungs- und Krankeneinrichtungen, etwa als Geschäftsführer niederländischer psychiatrischer Krankenhäuser. Stück für Stück verstärkten sich die Hinweise, dass seine Familie etwas verbirgt. Aber erst der Kontakt mit Tante Rosie enthüllte die ganze Wahrheit über das grausame Schicksal vieler Familienmitglieder.
Die Initiative zur „Tänzerin von Auschwitz“ entspringt Paul Glasers Bemühen, das Schicksal seiner Tante und die Umstände ihres Leidensweges nicht länger verborgen zu halten.
Diese Geschichte ist so außerordentlich, dass sie sogar in Interviews in der Sendung ZIB-2 im ORF in Jänner 2015 und im Radio in OE1im März 2015 behandelt wurde.
Ticketinformation:
Eintritt € 15 oder € 10 mit Ermäßigung [für Schüler und Studierende].
Erhältlich im Haus der Kunst | Kaiser-Franz-Ring 7 | 2500 Baden
Di-Fr 10-12 & 15-18 Uhr Tel 02252/86800 DW550 | email haus-der-kunst@baden.gv.at
Aussender: Cornelia Znoy, Kulturabteilung Baden, cornelia.znoy@baden.gv.at