Ja, wo sind wir denn, wenn man hier mir-nichts-dir-nichts einfach jemanden schmieren kann und schon geht’s?
Genau: Entweder man ist mitten in der ganz realen Welt, wo man für ausreichend Schmiergeld schnell mal einen Rüstungsauftrag/eine Baugenehmigung/eine Wohnung/eine leicht überschuldete Bank bekommt oder – man ist bei einer Kunst-Aktion in der Verbotenen Zone der Grundsteingasse. Der Wiener Aktionskünstler donhofer., der schon über den Burgtheater-Finanzskandal Gras hat wachsen lassen, nimmt sich diesmal die Politik vor: Er schlüpft in verschiedene Rollen und lässt sich von Passanten schmieren. Im übertragenen Sinn: hier werden Farben aller Couleurs auf den makellosen Leib des Künstlers geschmiert, als Kritik an der Bestechlichkeit. Wer selbst das Gefühl erleben will, jemanden erfolgreich geschmiert zu haben, sollte sich seine Lieblingsfarbe überlegen und genug Schmiergeld dabei haben: Mit dem Ertrag der Kunstaktion sei geplant, justizbekannten Politikern zum Beispiel das Tragen der Fussfessel zu erleichtern, so donhofer.
Verbotene Zone, Samstag, 20. Juni, ab 18.00 Uhr in der Grundsteingasse 41, Galerie im Durchgang
Aussender: Dr. Klaus Nannen, donhofer. www.donhofer.com