Was eine Rechnung aus dem späten 15. Jahrhundert uns heute über das damalige Leben der Adeligen berichten kann, das stellt Herbert Knittler durch ein Horner Fragment mit 32 Blättern vor. Es ist erstaunlich, was der Wirtschaftshistoriker Knittler aus einfachen Auflistungen von Einnahmen und Ausgaben herausliest. Er berichtet über zurückgelegte Wegstrecken, mit wem ein adeliger Haushalt in Kontakt stand und welchen Wert damalige Gegenstände des täglichen Gebrauchs hatten.
Herwig Weigl widmet sich der Zwettler Stadtmauer und analysiert dabei frühe schriftliche Quellen – etwa die so genannte „Bärenhaut“ – auf deren Plausibilität. Er kommt zum Schluss, dass eine umzäunte Siedlung mit dem Potential ein Handelsplatz zu werden im 13. Jahrhundert eine Mauer erhalten haben konnte.
Mit Tomás Sternecks Beitrag wird der geographische Rahmen um den südböhmischen Raum erweitert. Er berichtet über den Einfall des Passauer Kriegsvolk im Jahr 1611. Erzherzog Leopold V., Bischof von Passau und Straßburg, überschritt im Dezember 1610 die böhmische Landesgrenze, besetzte die Herrschaft Krumau und später Budweis.
Über die Verehrung des „Gegeißelten Heilands auf der Wies“ im südlichen Waldviertel berichtet Herbert Neidhart. Aus Bayern kam diese Verehrung über einen Augustiner-Chorherren aus dem Stift St. Nikola bei Passau, der von 1748 bis 1759 Pfarrer in Münichreith am Ostrong war. Bis 1780 wurden 34 Fälle aufgezeichnet, bei denen der Heiland auf der Wies geholfen hat.
Walpurga Oppeker bringt einen Nachtrag zu ihrem umfangreichen Beitrag über Darstellungen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in Niederösterreich, der in Heft 1/2005 erschienen ist.
Jungsteinzeitliche Felssteingeräte aus den Bezirken Horn und Waidhofen an der Thaya analysiert Hermann Maurer. Diese wurden von Amand Körner gefunden und sichergestellt, dem anlässlich der Vollendung seines 75. Lebensjahres dieser Beitrag gewidmet ist.
Waldviertler Kulturberichte, Buchbesprechungen und Mitteilungen des Waldviertler Heimatbundes ergänzen das 96 Seiten starke Heft (2/2015).
Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 8 Euro. Bestellungen sind über www.daswaldviertel.at möglich oder „Das Waldviertel“, 3580 Horn, Postfach 1 (Tel 02982/39 91 ab 15 Uhr, Dr. Rabl oder E-Mail: e.rabl@aon.at ).
Aussender: Dr. Erich Rabl, e.rabl@aon.at