Spinnen und Weben gehören zu den ältesten Techniken der Stoffherstellung. Aus der Notwendigkeit erfunden, sich zu wärmen wurden Decken und Kleidung gewebt. Weben bedarf einer gewissen Fähigkeit mit Werkzeugen und Materialien wie Wolle, Seide oder Leinen umzugehen. Aus Garnen wird durch Bindung zweier Fadensysteme ein in sich haltendes Gewebe hergestellt. An Farben und Musterungen herrscht eine große Vielfalt und der zutiefst menschliche Sinn nach Gestaltung kann sich entfalten. Rosengang, Rips oder Atlasbindung sind neben der bekannten Leinenbindung verschiedene Mustermöglichkeiten, die dem Stoff seine typische Haptik verleihen.
Wolle der Alpakas ist im heurigen Jahr das Spezialthema des Webermarktes. Das Alpaka ist aus dem Lama gezüchtet und wird in Südamerika als Haustier gehalten. Seine Wolle hat seidenartigen Glanz und ist schwach gekräuselt, die Farben der Wolle hat alle Farbschattierungen von Schwarz bis Hellbeige. Am Samstag, 1. August sind die Alpakas der Familie Hager hinter dem Amonhaus zu sehen.
Eine Brücke in eine andere Kultur bieten die Gewebe aus Südostasien, die in den Arkaden des Amonhauses zu besichtigen sind. Ausgewählte Stücke aus der Sammlung von Frau Dr. Gudrun Malicky führen in die kulturelle Welt der Menschen auf der indonesichen Insel Sumatra. So wurden gewisse Textilien nur von Männern oder nur von Frauen getragen oder zu wichtigen Anlässen wie Hochzeiten oder Beerdigungen.
An allen Tagen des Webermarktes ist das Lunzer Handarbeitsmuseum geöffnet. Die Ausstellung unter dem Titel „Nähen, Flicken, Stopfen“ – Verschwundenes Können zeigt Einblicke in die Techniken, die lange Zeit Teil des täglichen Lebens waren. Schwerpunkte der Ausstellung sind: Geflicktes und gestopftes vom Getreidesack bis zur Goldhaube, einige handgenähte Kleidungsstücke, Weißnäh- und Stopfmustertücher aus dem Schulunterricht, aus Nähkästchen und Nähzubehör, Puppen als Mannequins.
Am Freitag, den 31. Juli ist um 14 Uhr die Eröffnung des Webermarktes. Für das leibliche Wohl sorgen am Samstag das Genussplatzl und am Sonntag der traditionelle Krapfenkirtag der Lunzer Bäuerinnen.
Ort: Amonhaus in Lunz am See
Öffungszeiten: Freitag, 31. Juli, 14 – 18 Uhr
Samstag, 1. August, 10 – 18 Uhr, Sonntag, 2. August, 10 – 17 Uhr
Kontakt: Rosa Stängl, Tel 0664/960 08 29
Aussender: Christa Ja-Stängl, christa.ja@staengl.at