Der Waidhofner Kulturverein Förderband geht in die Sommerpause und wird im Herbst sämtliche Register ziehen, um dem geneigten Publikum wieder ungewohnt wohliges in die Gehörgänge zu massieren.
Am 25.09. fliegen die Noiseblitze wieder tief:
In Zeiten, in denen so viele Bands auf anstrengendste Art und Weise idealistisch und eigenständig arbeiten, stechen „The Striggles“ so mit ihrem „Allerwelts-Rock" auf angenehme Weise heraus. Sie sind nicht besonders lästig, denn von dieser Truppe wird man auch in Zukunft nicht so oft hören! Natürlich teilt diese Meinung kaum jemand, denn die Grazer sind wohl eine der spannendsten österreichischen, Bands, die dieser Planet in den letzten Jahren ausgespieen hat. Von deftigem Noiserock über ausgefuchste Kompositionen die über zwei Plattenseiten mäandern, weiß die Combo alles zwischen Schweinerock und der ewig dröhnenden Avantgarde zu zementieren.
Das spanische Duo „ZA!“ kombiniert fett verzerrte afrikanische Beats und die Klänge der einsamen Schäfer von Tuwa, improvisierter Jazz und Vokalloops runden das Ganze zu einem bleibenden Eindruck ab.
In Zeiten des Post-Irgendwas ist es oft sehr schwer, Bands einem bestimmten Genre zuzuordnen. Das Trio „Hidden By The Grapes“ aus Graz verarbeitet viele Einflüsse aus der Rock-Geschichte und macht daraus sein eigenes Ding. In ihrer Anfangszeit war Grunge für die Band in gewisser Weise prägend, allerdings nur, um darüber hinaus zu wachsen, Post-Punk, Post-Rock heißen die Schlagworte. Auf eine reine Gitarrenband zu reduzieren, wird der Band aber bei weitem nicht gerecht, denn drei Gesangsstimmen, ein Synthesizer und ein Keyboard für Kleinkinder brechen mit dem klassischen Klischee eines Rock-Trios.
Am 23.10. wird’s wieder dreckig, punkig:
Letztes Jahr hatten wir die Ehre, die Releaseparty des Debütalbums der Lokalheroen „Franz Fuexe“ im Rahmen eines Club 2 abhalten zu dürfen. Daher freuen wir uns natürlich, dass auch das Nachfolgealbum „Die neue Unordnung“ bei uns präsentiert wird. Die Fuexe werden uns in gewohnter Manier mit ihrem Mostviertler Powerhardcorepunk das Gehör fein säubern und das Gehirn fein hacken.
Nach einem Konzert von „Vögel die Erde Essen“ kam mal jemand aus dem Publikum zur Band und erzählte, er hätte gerade das Gefühl gehabt, einen brennenden Zug an sich vorbeifahren zu sehen. Die Musik der drei Berliner Musiker ist in der Tat dramatisch. Ausgehend von der Energie alter Punk Bands haben die Vögel Noise Rock, RnB, Soul und Black Metal in ihren Sound einfliessen lassen. Ihre deutschen und englischen Texte erforschen das aberwitzige Gebiet zwischen Apokalypse und Zirkus, Tourismus und Okkultismus, zwischen Todeskampf und Party. Das musikalische Gefährt ist mit Bass, Gitarre, Schlagzeug und drei Stimmen minimalistisch besetzt, genau deshalb kann die Band aber damit so gut in stilistisch abwegigen Gefilden rumfahren. Der rätselhafte Bandname wurde Gitarrist Moritz von einem jordanischen Koranschüler auf einer langen Autofahrt zugetragen. Vögel, die Erde essen seien ein Zeichen des herannahenden jüngsten Gerichts, wobei niemand so genau weiss, wofür Vögel und Erde eigentlich stehen sollen.
Nach dem Motto Zeit ist Sex versuchen „Hakon und die Jungfrauen“ eine Musikwelt zu erschaffen die musikalisch motivierend, inhaltlich befriedigend und groovig tanzbar scheint.
Der Versuch deutschsprachige Indiepop Musik mit Inhalt, in ein musikalisch animierendes, tanzbares Gewand zu kleiden kann als gelungen bezeichnet werden. Feinster Zickenrock garantiert.
Am 11.12. servieren wir einen Mostviertler Schmankerlabend:
„Muss es denn immer Liquidos „Narcotic“ oder Deep Purples „Smoke on the water“ sein?“ dachte sich ein Ideologe aus Miami Beach und begab sich auf die Suche nach Alternativen.
Fündig wurde er in der Film- und Serienmusik. Mit einer bereits gut durchdachten Liste von Bud Spencer und Terence Hill Titelsongs und dem wohl schönsten Bandnamen der Galaxie durchforstete er diverse Bars von Miami Beach, um „Palm Beach Drive“ zu formieren.
Einen Senfproduzenten, zwei Buchverleger, einen Barbier, einen Steinhauer und einen Jagdwagenhersteller konnte er für das Projekt gewinnen. Bärtig, sonnenbebrillt und in sorgfältig ausgewähltem Zwirn kam es Mitte 2013 zur mit Spannung erwarteten Auslosung der Instrumente. Nach kurzer Eingewöhnungsphase des jeweils zugeteilten Arbeitsgerätes schallten von nun an die ersten Klänge durch den spröden Fensterkitt hinaus über die Biscayne Bay. Bass, Maurerklavier und Synthesizer ermöglichten es, gemeinsam mit Gitarren, Gesang und Schlagwerk das Programm auf Serienklassiker und Musik aus anderen Filmen zu erweitern.
Einstimmen werden uns zuvor die Ybbsitzer Hardpoper und Minirocker von Funkrock „Neversage“.
Info:
Sämtliche Veranstaltungen finden im Rittersaal des Waidhofner Rothschildschlosses statt
Eintritt (nur AK) 8 Euro
Einlass um 20.00 Uhr, Konzertbeginn um 21.30 Uhr
Website: www.foerderbandl.at
Aussender: Martin Dowalil, Obmann Kulturverein Förderband, Tel 0650/392 02 07