Ausstellungsdauer: 12. – 22. September 2015 täglich von 17 – 20 Uhr
Phänome, dieser Terminus scheint mir eine adäquate Beschreibung für ein Fotobild unseres Künstlerfreundes zu sein. Natürlich sehen wir Farbe, Form und Licht vom weiß gebliebenen Fotopapier. Erkannte Unschärfe als quasi Ionisation im Übergang dieser drei Komponenten bringt einen Betrachtungsprozess in Gang, der an eine indifferente Position beim Fokussieren am Mikroskop, (auch am Fotoapparat) erinnern mag. Ein seltsames Gefühl beschleicht uns. Nähern wir uns dem Objekt, oder entfernen wir uns durch diesen Prozess von ihm? Und noch ein Zweites sei zu bemerken: Hier liegt eine konsequente Arbeit vor, die mit einfachsten Mitteln (Linse, Licht, Chemie, Papier) uns vor Augen hält - wie wohl gar nicht unwahrscheinlich - andere Lebewesen ihren Lebensraum sehen können. (da ich es schreibe, habe ich keinen Ahnung, ob Klaus daran gedacht hat) Von diesen Gedanken enthoben sehen sie wunderbare Bilder. Wir freuen uns über einen Diskurs mit ihnen.
Text der Einladung zum Kulturpreis der Ritter-Stiftung, Straubing
Klaus von Gaffron versteht die Fotografie als zeitgenössisches Ausdrucksmittel von bildender Kunst. Für ihn stehen die Bilder im Vordergrund, nicht die Fotografie. Sie zeigen Motive, die auf eine illusionistische und abstrakte Farb- und Formgestaltung reduziert werden. Seine Bilder sind nicht frei von Gegenständen, diese tauchen lediglich nicht mehr auf. Durch originale analoge fotografische Auffassung, und nicht durch computertechnische Manipulation, lässt der Künstler eine neue Bildrealität entstehen. Aus dem kreativen Spiel mit den Wirklichkeitsausschnitten entstehen Gestaltungen, die sich der Dingwelt, der Wiedererkennung und der Einordnung in das Greifbare entziehen. Durch das Stilmittel der Unschärfe und durch den Eindruck der Verschwommenheit werden Dynamik und Bewegung akzentuiert. Seine Bilder sind wahrliche Foto-Grafien im eigentlichen Wortsinn – Lichtmalereien.
Daneben stellt Klaus von Gaffron seit etwa 30 Jahren auch eine der künstlerischen Galionsfiguren im Streben nach optimalen Rahmenbedingungen für alle Kunstschaffenden dar und unterstützt als Multifunktionär nachhaltig die Kunstszene Münchens, Bayerns und damit auch Niederbayerns.
Der Kulturpreis der Dr. Franz und Astrid Ritter-Stiftung für Bildende Kunst 2015 geht an den Fotokünstler Klaus von Gaffron. Er erhält damit ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro.
Aussender: sommergalerieZöbing, Dr. Hiesingerstraße 23, 3561 Zöbing am Kamp, Tel 0680/401 87 40, fs-mrkvicka@t-online.de , Homepage: kunst-mrkvicka.de