„Die Perle im Dreck/Schmutz/Schlamm/Lehm“! Werktitel von Eva Eder N. sind ein Spiel mit Metaphern. In ihren sinnlich haptischen Arbeiten der Serie „Terra Continua“ geht es nicht nur inhaltlich um die Bedeutung von Erde, sondern diese wird selbst - anstatt Farbpigmenten - bildbestimmend. Schicht um Schicht, mit Pflanzen und Fundstücken verbunden, vorwiegend mit den Händen gemalt, entstehen Erdlandschaftsbilder, die sowohl Nahaufnahmen als auch Satellitenbilder gleichen. Erde in ihren Einzelbestandteilen als Mikrokosmos spürbar und für den Betrachter als Makrokosmos erkennbar. Wir glauben ausgetrocknete Flusslandschaften, Seen, Meere sowie Wüsten und Krater zu erkennen und erahnen Zeichen vergangener Kulturen.
Uns begegnen so in ihrem Werk Themen der ungleichen Ressourcennutzung, „land grabbing, Hunger, Flucht, Tod in einer multikulturell, intuitiven erfassbaren Sprache als Ausdruck einer Sehnsucht nach einem rücksichtvollen Umgang mit unserer Lebensgrundlage „Erde“.
Dass die Künstlerin Materialien der verschiedensten Länder und Kulturen für eine Bildwirkung einsetzt, soll auch als gesellschaftlicher Hinweis verstanden werden. Es kommt damit bildlich anders als in unseren Sozietäten zu einer gleichberechtigten Durchmischung der Schichten für ein gemeinsames Wirken.
Auch schon in den ebenfalls zu sehenden früheren Werken waren Anmaßung und Zerstörung Thema, wobei Eva Eder N. das noch größere Kunstwerk schafft, diese sperrigen Inhalte immer wieder mit einer spielerischen Leichtigkeit und Sinnlichkeit zu behandeln. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog
Öffnungszeiten: Do 16 – 20 Uhr, So 10 – 20 Uhr und nach Vereinbarung
Ausstellungsdauer bis 01. November 2015
Galeriebeschreibung „Eremitage am Kamp“
Der im letzten September im romantisch wilden Waldviertel, in Wegscheid am Kamp neu errichtete Kunstraum ist ein Platz der Kontemplation, des konzentriert beschaulichen Sinnierens – begleitet von der morgendlichen und abendlichen Glocke der kleinen Kapelle am Fluss, dem Probealarm der Freiwilligen Feuerwehr und dem Gefechtslärm des nahen von der österreichischen Bundesregierung vom Dritten Reich angeeigneten Truppenübungsplatz.
In diesem Spannungsverhältnis von Realität und Idylle präsentiert die Eremitage am Kamp Standpunkte, die zum Nachdenken anregen und gleichzeitig Sinnlichkeit und Lebenslust vermitteln sollen. Hier ist Raum für Künstlerinnen und Künstler sowie Projekte mit einer gewissen Kompromisslosigkeit im Umgang mit den Erwartungshaltungen des Marktes und dazu mit einer reflektierten Selbstverliebtheit ebenso wie einer Gelassenheit gegenüber dem eigenen Wahnsinn.
Da auch die Entschleunigung ein wichtiges Ziel des Kunstraums ist, sind die Präsentationen längerfristig; sie werden jeweils durch einen Katalog dokumentiert.
Aussender: Obmann Clemens Feigel, Tel 0664/56 55 100, 3593 Wegscheid am Kamp, Wegscheid 14, clemens.feigel@utanet.at