Nach einer erfolgreichen Frühjahrs- und Sommersaison startet das Wald4tler Hoftheater nun in den Theaterherbst. Heuer stehen neben zwei Konzerten noch vier Theaterstücke am Programm:
Mit Esther Vilars Roman Der dressierte Mann wird ein Text, der 1971 noch für veritable Skandale gesorgt hat, in der Fassung von John von Düffel als Komödie auf die Bühne gebracht. Ein höchst amüsantes Spiel mit alten und neuen Rollenbildern.
Welcher Mann erträgt es schon, wenn die Partnerin ihn auf der Karriereleiter überholt? Weil Helen den Job erhält, auf den Bastian schon lange hofft, platzt das Candle-Light-Dinner, das eigentlich einen Heiratsantrag einleiten sollte. Während Helen darum ringt, ihre eigenen Ambitionen, den gekränkten Stolz ihres Freundes und vielleicht sogar noch einen unerfüllten Kinderwunsch miteinander zu versöhnen, treten ungebeten beide Mütter auf den Plan: drei gänzlich unterschiedliche Frauen entwickeln nun die ultimative Gebrauchsanleitung für das Wesen „Mann“.
Vilars Gedanken und Beobachtungen über das Verhältnis der Geschlechter haben nichts von ihrer Brisanz und Schärfe eingebüßt, doch kann man heute komödiantisch damit spielen. Was dem Regisseur Hanspeter Horner mit seinem Schauspielerteam Johanna Lindinger, Susanne Altschul, Clemens Berndorff und Maria Kankelfitz äußerst gut gelingt.
T wie Tsunami heißt das erfolgreiche Soloprogramm der in Japan geborenen Tänzerin Yukie Koji und setzt sich mit den anderen Sichtweisen auf die Atom-Katastrophe von Fukushima auseinander. Sehr sorgfältig ist der Einsatz der Sprache auf Japanisch und Deutsch der ungeheuer präsenten japanischen Tänzerin. (Sa., 10. Oktober)
In Die Präsidentinnen steht mit Maria Hofstetter einmal mehr eine ganz große Schauspielerin auf der Bühne des Wald4tler Hoftheaters. Gemeinsam mit Martina Spitzer und Dietmar Nigsch brilliert sie in dieser bitterbösen Sprachattacke von Werner Schwab (Premiere: 28. Oktober).
Wieder zu Gast auf der Bühne des Wald4tler Hoftheaters ist Oliver Baier, dem es in der romantischen Komödie Spiel‘s nochmal Sam gelingt, sogar Woody Allens Filmhit vergessen zu lassen (ab 7. November).
Der Saisonausklang erfolgt mit dem Komödienklassiker Die Kaktusblüte in der großartigen Inszenierung von Werner Prinz. Ein heiteres Theatererlebnis gerade recht für trübere Tage (ab 2. Dezember).
Zwei Mal wird das Wald4tler Hoftheater heuer noch zur Konzertbühne:
Gitarrenvirtuose Peter Ratzenbeck brilliert solo, hat sich für diesen Abend aber auch Freunde eingeladen mit denen er beweist, wie „vielsaitige“ Musik sein kann (Fr. 9.Oktober).
Das letzte Konzert in der heurigen Spielsaison gibt der Theaterdirektor selbst: Harald Gugenberger & Die Angestellten (Sa.14. November). Das bedeutet freche Chansons aus der Feder und Kehle von Harry Gugenberger, der damit „back tot he roots“ an seine wilden Jahre als Musiker in Linz anknüpft, kongenial unterstützt von einer mitreißenden Band.
Kartenbüro:Wald4tler Hoftheater, 3944 Pürbach 14, Tel 02853/78 469, Fax 02853/78 454, wki@w4hoftheater.co.at ; www.hoftheater.at
Bretter die die Welt bedeuten – made in Waldviertel ein einzigartiges Theater-Phänomen wird 30!
30 Jahre Wald4tler Hoftheater bedeutet 30 Jahre konsequente Arbeit, 30 Jahre permanentes Experiment, 30 Jahre höchstklassiges Theater für mittlerweile über 400.000 Besucher und das im ländlichen Raum als nördlichstes Berufstheater Österreichs. Mit 120 Spieltagen pro Jahr und der hohen Zahl an Eigenproduktionen ist es das einzige Theater dieser Art im gesamten deutschen Sprachraum!
Harry Gugenbergers Wald4tler Hoftheater ist eine permanente Liebeserklärung an die Region, die Menschen und das Theater an sich!
Was ursprünglich mit einem Theater-Wochenende begonnen hat, ist seit langem ein hochprofessioneller Betrieb, der aber vor allem Dank der rastlosen Kreativität des Direktors Harry Gugenberger jeder Versuchung widerstanden hat sich in bequemer Routine zu üben.
Das Resultat jeden Erfolges war stets, Neues zu wagen. 2001 baute man das Haus für den Ganzjahresbetrieb um, es kam die „nightline“ dazu, eine offene Bühne für junge Musiker, eine „Theatermeisterschaft“ für Jugendliche, die Gesprächsreihe „Menschen“ und eine eigene „Theater-Autoren-Werkstatt“ in der an neuen Stücken gearbeitet wird. Die ersten Ergebnisse wie „Der Flaschengeist“ waren bereits erfolgreich auf der Bühne zu sehen!
Im Mittelpunkt stand und steht jedoch immer: glaubwürdiges Theater, von berührend bis fesselnd, das in seinem Qualitätsanspruch keine Kompromisse erlaubt.
Bei der Qualität der Produktionen und dem Charme des Hauses ist es eher logische Folge als Wunder, dass sich in Pürbach Größen der Theaterwelt zuhause fühlen.
„Theater ist dazu da, den Menschen das zu geben was fehlt: in Zeiten der Hochkonjunktur haben die Leute einen Schock gebraucht. Aber jetzt mangelts nicht mehr an Grauslichkeiten. Jetzt herrscht ein Mangel an Toleranz, an Optimismus, an Feeling, an Utopien… Das Theater muss Stellung beziehen und das liefern was fehlt!“ Harry Gugenberger
Aussender: Wald4tler Hoftheater, 3944 Pürbach 14, wki@w4hoftheater.co.at ; www.hoftheater.at