Vortrag TRAJEKTORIEN UND MÖGLICHKEITEN DER PERFORMANCEKUNST
IN DER VOLKSREPUBLIK CHINA (THEORIE & PRAXIS)
02 12 2015, 19.00 Uhr
mit: Zhou Bin, Petra Pölzl
Übersetzung: Chen Chen
Im globalen Kunstkontext wird Performancekunst in der Volksrepublik China häufig im Zusammenhang mit regimekritischen Handlungen diskutiert. Diese Sichtweise deckt sich nicht immer mit den performativen Praktiken zahlreicher Künstler_innen. Vor allem in den vergangen Jahren hat sich eine junge Generation herausgebildet, die eine wesentlich subtilere künstlerische Sprache wählt und mit dieser politische und soziale Missstände in den Bereich des Sichtbaren und in den öffentlichen Raum hebt und neu verhandelt.
Dem Performancekünstler und Professor Zhou Bin kann vor allem in der Region um Chengdu und Chongqing eine zentrale Rolle in dieser Generation zugeschrieben werden. Fragen nach Ästhetik und Inhalt, Archiv und Tradierung, Arbeitsbedingung und dergleichen sollen aufgegriffen und diskutiert werden.
Um den Einblick zu vertiefen wird im Anschluss an das Gespräch eine Reihe von Performancedokumentationen der Künstlerinnen und Künstler Li Binyuan, Sazi, Liu Chengrui, Alessandro Rolandi & Megumi Shimizu, Dong Jingling, Huang Xiang, Liu Wie, Xing Xin und Zhu Yu im Foyer des Kunstraum Niederoesterreich gezeigt.
Der Vortrag "Trajektorien und Möglichkeiten der Performancekunst in der Volksrepublik China" findet mit freundlicher Unterstützung von Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich statt.
Der zweite Teil der Veranstaltung, der ergänzende Workshop mit Zhou Bin, Petra Pölzl und Brigitte Wilfing findet am 04 12 2015 und 05 12 2015 jeweils von 14.00H - 19.00H im Tanzquartier Wien statt.
Nähere Informationen und Anmeldung zum Workshop:
Tanzquartier Wien/Studios oder: vermittlung@tqw.at, +43-1-581 35 91-64 und hier.
Präsentationen
Katalog: SOCIAL GLITCH.
RADIKALE ÄSTHETIK UND DIE KONSEQUENZEN EXTREMER EREIGNISSE
Sonderausgabe: WEB JOURNAL CONTINENT
04 12 2015, 19.00 Uhr
Moderation: Maximilian Thoman
Codes informieren Gesellschaft, Wirtschaft, Recht und Politik. Sie ermöglichen soziale Praxen digitaler Kommunikation und choreographieren gleichzeitig deren Überwachung. Ihre Operationen unterliegen jedoch der Kontingenz unerwarteter Fehlfunktionen. Innerhalb eines technologischen Kontexts werden diese Defekte als "Glitch" (etwa Bildstörungen oder Computerbugs) bezeichnet und bereits seit den 1960er Jahren im Sinne einer Ästhetik des Fehlers auf vielfältige Weise künstlerisch thematisiert.
Während die Störimpulse früher meist medienimmanent blieben, schlagen ihre "Spitzen" heute zunehmend auf gesellschaftliche Bereiche über - und dies mit weitreichenden sozialen Konsequenzen. SOCIAL GLITCH erarbeitet daher eine Aktualisierung und Neubewertung der Thematik mit Arbeiten aus unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen. Die beteiligten Künstler_innen beschäftigen sich mit Ereignissen, die in einer Art "negativer Transzendenz" über das Medium hinaus direkt in den Raum der Öffentlichkeit wirken. Was die unterschiedlichen Ansätze vereint, ist ein engagiertes, aktivistisches und radikales Interesse am "tiefen Horizont" gegenwärtiger Umbrüche. Die Ästhetik des Fehlers wird im Sinne einer Ästhetik im Feld der Konsequenzen ausdifferenziert, um mit Methoden der Kunst konkrete soziale und politische Potentiale zu ergründen und zu evozieren.
Aussender / Infos: KUNSTRAUM NIEDEROESTERREICH, Niederösterreichische Museum Betriebsges.m.b.H, Herrengasse 13, 1014 Wien, Tel 01/90 42 111, office@kunstraum.net , www.kunstraum.net