Deux jours, une nuit / Zwei Tage, eine Nacht
Drehbuch u. Regie: Jean-Pierre und Luc Dardenne, B/I/F, 2014, 95 min.
Das Kino der Dardenne-Brüder weiß um die zweifelhafte Natur des Menschen, gibt ihm als Spezies aber immer wieder eine Chance. Daraus erwächst eine Freiheit des Handelns, die die Filmemacher ihren Figuren trotz schwieriger Umstände und Biografien immer wieder zumuten und zutrauen.
Eine einfache Geschichte: Die junge Mutter Sandra (sensationell in ihrer Darstellung einer Angestellten in Existenznot: Marion Cotillard) ist entlassen worden; der Chef hatte ihre sechzehn Kollegen vor die Wahl gestellt: eine Prämie von 1000 Euro für jeden – oder Sandra darf bleiben. Bis auf zwei haben alle das Geld gewählt, aber Sandra erwirkt eine neue Abstimmung. Nun bleiben ihr zwei Tage und eine Nacht, um für ihren Job zu kämpfen. Dieser Plot öffnet ein weites Feld des Menschlichen: Sandra sucht jeden ihrer Kollegen persönlich auf, bittet sehr zurückhaltend, das Votum zu überdenken, überredet kaum. Und sie erlebt aggressive Zurückweisung, feiges sich verleugnen lassen, aber auch Gewissensbisse und eine tränenreiche Entschuldigung. Sandras Fall wird zum Test für die Menschlichkeit dieser Belegschaft - und eines Wirtschafts- und Wertesystems, das seinen Mitgliedern eine solche Wahl aufzwingt.
„Nach diesem Film sieht man klarer, wie der Kapitalismus das Verhalten formt.“ FAZ
Eintritt: € 7,- für Erwachsene / € 4,- für Schüler und Studenten
Homepage: www.kuckuck.at , www.suedfilmfest.at
Aussender: Batmaz Sevda, S.Batmaz@amstetten.at