Der beabsichtigte Ausbau des Kleinkraftwerks Rosenburg bedroht eine der letzten ursprünglichen Flusslandschaften Österreichs. Unter dem Deckmantel „saubere Energie“ soll ein kleines aber unschätzbares Naturreservat für eine mögliche Gewinnoptimierung der EVN zurechtgestutzt werden.
Dreißig Künstler und Künstlerinnen nehmen mit ihren Arbeiten Stellung, warum die Erhaltung einzigartiger wilder Räume zum Menschsein unerlässlich ist. Die generationenübergreifende Bedeutung dieses drohenden Verlustes wird auch dadurch verdeutlicht, dass zwischen der jüngsten Mitwirkenden, Simone Einfalt (geb. 1990) und der ältesten, Tatjana Gamerith (geb. 1919), fast ein dreiviertel Jahrhundert Lebenserfahrung liegen. Die Sehnsucht, dass nicht alles, was uns wichtig ist, einer wirtschaftlichen Maximierung geopfert wird, bleibt bestehen!
Mit: Iris Andraschek, Peter Berger, Christina Chra Nemec, Eva Eder N., Simone Einfalt, Tatjana Gamerith, Sonia Gansterer, Dieter Graf, Michael Goldgruber, Karin Hatwagner, Gudrun Kampl, Noémi Kiss, Hubert Lobnig, Michael Öllinger, Franziska Maderthaner, Christine Maringer, Norbert Maringer, Alois Mosbacher, Robert Petschinka, Eugen Plan, Stefan Sakic, Matthias Schickhofer, Claudia Schumann, Franz Seitl, Gudrun Seitl, Daniel Spoerri, Janos Szabo, Barbara Räderscheidt, Christoff Wiesinger, Hans Wörtl
Auszug aus der Hintergrundinformation homepage http://lebendiger-kamp.at/
Fast auf den Tag genau 31 Jahre nach dem Beginn der Besetzung der Hainburger Au verkündete die EVN kürzlich, das alte Kraftwerk Rosenburg im Europaschutzgebiet Kamptal abreißen und durch eine größere Anlage ersetzen zu wollen. Alle großen Naturschutzorganisationen lehnen einen Kraftwerksausbau an diesem Standort ab und haben ausführliche Einwände eingebracht. Die EVN hat ihre Bedenken jedoch ignoriert und will eine bereits im Juni favorisierte Ausbau-Variante unverändert zur Genehmigung durch ihren Mehrheitseigentümer, das Land NÖ, einreichen. „Das Kraftwerk Rosenburg ist ein Affront gegen den Naturschutz und die Bürgerbeteiligung! Energetisch und für den Klimaschutz spielt es keine Rolle, aber es vernichtet kilometerweise Flussnatur“, so die Vertreter von WWF, Naturschutzbund und Riverwatch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien.
Eröffnung: 05. März 2016 um 16 Uhr
Ausstellungsdauer: 06.03 – 01.05.2016
Öffnungszeiten: Do 16 – 20 Uhr, So 10 – 20 Uhr
3593 Wegscheid am Kamp, Wegscheid 14
Kontakt: Obmann Clemens Feigel, Tel 0664/56 55 100, http://eremitageamkamp.at/
Galeriebeschreibung „Eremitage am Kamp“
Der im romantisch wilden Waldviertel gelegene Kunstraum ist ein Platz der Kontemplation, des konzentriert beschaulichen Sinnierens – begleitet von der morgendlichen und abendlichen Glocke der kleinen Kapelle am Fluss, dem Probealarm der Freiwilligen Feuerwehr und dem Gefechtslärm des nahen von der österreichischen Bundesregierung vom Dritten Reich angeeigneten Truppenübungsplatzes.
In diesem Spannungsverhältnis von Realität und Idylle präsentiert die Eremitage am Kamp Standpunkte, die zum Nachdenken anregen und gleichzeitig Sinnlichkeit und Lebenslust vermitteln sollen. Hier ist Raum für Projekte mit einer Kompromisslosigkeit im Umgang mit den Erwartungshaltungen des Marktes und für Künstlerinnen und Künstler mit einer reflektierten Selbstverliebtheit sowie einer Gelassenheit gegenüber dem eigenen Wahnsinn.
Aussender: Clemens Feigel, clemens.feigel@aon.at