4. Abend unseres Themenschwerpunkts: „Randbedingungen – Leben am Rande der Gesellschaft“
Dokumentation, Regie: Paul-Julien Robert, Österreich, 2013, 93 min.
Anschließend Filmgespräch mit dem Regisseur unter der Leitung von Jürgen Adelmann.
Meine keine Familie ist eine Dokumentation über die Kommune Friedrichshof im Burgenland, die 1970 von Otto Muehl gegründet wurde. Paul-Julien Robert wurde 1979 in dieser Kommune geboren. Der Film gewann 2014 sowohl den Österreichischen Filmpreis als Bester Dokumentarfilm, als auch den Österreichischen Filmpreis für den Besten Schnitt.
Die von Otto Muehl in seiner Wiener Wohnung gegründete Kommune erlangte durch ihre Radikalität über die Kunstszene hinaus Bekanntheit. 1972 erwarben die Kommunarden ein Haus auf der Parndorfer Heide – den Friedrichshof.
Dieser wurde innerhalb zweier Jahrzehnte zum Zentrum eines Netzwerks von über 20 Stadtgruppen ausgebaut. Zeitweise praktizierten über 600 Menschen in Westeuropa ein radikalutopisches Leben nach den Prinzipien: „Selbstdarstellung, gemeinsames Eigentum, freie Sexualität ohne feste Paarbeziehungen, gemeinsame Arbeit und Produktion, kollektives Kinderaufwachsen und direkte Demokratie.“
Nach der Einleitung von gerichtlichen Voruntersuchungen gegen Muehl und zunehmender Unzufriedenheit vieler Kommunenmitglieder wurde am Ende der Achtzigerjahre der gesamte Besitz in eine Genossenschaft eingebracht. 1990 löste sich das gemeinschaftliche Lebensexperiment auf. Otto Muehl wurde im Herbst 1991 wegen Unzucht mit Unmündigen verurteilt. Den heute in der Genossenschaft organisierten Kommunarden ist es ein wichtiges Anliegen, die Entwicklung der Kommune differenziert aufzuarbeiten.
Eintritt: € 7,- für Erwachsene / € 4,- für Schüler und Studenten
Homepage: www.kuckuck.at , www.suedfilmfest.at
Aussender: Batmaz Sevda, S.Batmaz@amstetten.at