17.00 – 22.30 : Klang Installation „Roedelius Cells“ von Tim Story Music (USA)
23.00 : Textperformance Michou Friesz (A) spricht Texte von Joachim Roedelius (A) begleitet von Joachim Roedelius am Klavier
Die Roedelius-Zellen - Eine Klanginstallation
Komponiert von Tim Story, Klavier von Hans-Joachim Roedelius
Klangkünstler haben gesagt "des einen Mannes Lärm ist eines anderen Mannes Musik." Die Roedelius-Zellen imaginieren die Möglichkeit, dass auch eines Mannes Musik im wahrsten Sinne des Wortes „die Musik eines anderen Mannes“ werden könne.
Während der Aufnahme-Sessions für etliche ihrer Kollaborationen in den letzten zehn Jahren haben Tim Story und Hans-Joachim Roedelius oft "das Band laufen lassen“, wodurch viele Stunden Roedelius‘ intuitiver Solo-Piano-Improvisationen erfasst wurden. Als er Jahre später diese ungezwungenen Aufnahmen wiederentdeckte, begann Story sie mehr als "found sounds“ denn als fertige Kompositionen zu behandeln. Durch das Zerschneiden in sehr kleine Zellen und Wiederzusammenfügen des Materials in geschichtete, sich entwickelnde Muster, begann Story, Kompositionen ausschließlich aus den Quellklavieraufnahmen zu erschaffen, die sich jedoch stark von Roedelius‘ Originalen unterschieden. Diese übereinander gelagerten Schichten bestehen jeweils oft aus nur wenigen Sekunden sich wiederholender Klänge - der sechste Satz allein enthält weit über 450 dieser separaten Audio-"Ereignisse" in einer Spielzeit von weniger als 7 Minuten. Das Ergebnis ist ein synkopiertes, schimmerndes Zusammenspiel, welches mehr an den strukturierten Minimalismus eines Steve Reich erinnert als an die expansive Lyrik von Roedelius. Gesprächsfetzen, zufällige und Fremdgeräusche finden ihren Weg in die Zellen und wiederholen sich, erschaffen so eine Art menschlicher Perkussion für einige der Stücke.
Indem er sich auf die Klänge des Klaviers beschränkt - eines der am einfachsten erkennbaren und zugänglichsten Instrumente – hofft Story, den Hörer auf den Prozess selbst zu fokussieren, was eine musikalische und dennoch unbestreitbar verwirrende Perspektive bezüglich der Erwartungshaltung gegenüber „Klaviermusik“ verleiht. Um diesen Prozess zu verdeutlichen und den Akt der "Re-Komposition" auf die Hörer zu auszudehnen, hat Story ein Playback-System integriert, welches die individuellen Zell-Schichten diskret auf 8 Lautsprecher verteilt. Bei ihrer Reise durch den physischen Raum entwickeln sich die Nebeneinanderstellungen der Wechselwirkungen der Zellen in einer einzigartigen und unwiederholbaren Weise und laden im Wesentlichen den Zuhörer ein, Storys Neuinterpretationen neu zu interpretieren.
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