Qualitäten der Materialität, der Montage und Konstruktion sowie die Kontextualisierung des Raums – bis hin zum öffentlichen Raum – spielen im Werk von Michael Kienzer eine eminente Rolle. Kienzer (geb. 1962) studierte von 1977 bis 1979 Bildhauerei in der Meisterklasse von Josef Pillhofer und zählt zu den führenden Vertretern der „Neuen Skulptur” der 1980er-Jahre. Ausgehend von einer vermehrt expressiven bildhauerischen Aufladung hat sich sein Skulpturenbegriff in Richtung spatial-konstruktivistische Konzeptualität verlagert.
Michael Kienzer wird das Langhaus, die Seitenschiffe sowie den Chorbereich der Minoritenkirche Stein mit einer ortsbezogenen Installation bespielen, die eigens für dieses Ausstellungsprojekt entsteht. Objekt und Raum bedingen sich bei Kienzer gegenseitig, Installation und Arrangement sind eminent. Nur ein paar wenige Stellen der Konstruktionen sind verschraubt, meist aber nur lose hineingesteckt oder provisorisch fixiert. Der Künstler lädt sein Werk mit Dynamik und Spannung auf. Eine prekäre Energie auf der Kippe zur Dekonstruktion erfüllt den Raum. Die Arbeit für die gotische Kirche ist aus einer offen fragmentarischen Konstruktion mit Metallrohren und Holzplatten zusammengesetzt. So entsteht ein offener Raster, ein Gerüst für eine Assemblage im Raum.
Aussender: Forstner Christine, Christine.Forstner@kunstmeile.at