Betrachtet man die Bilder von Chen Xi kommen einem Begriffe wie explosiv, eruptiv, gestisch, naturhaft, atmend, schleudernd, sprengend und konzentriert in den Sinn. Chen Xi arbeitet hauptsächlich mit Papier und „mixed media“: Tusche, Acryl, Öl, …, mit allem, was den aus der Intuition heraus gewünschten Effekt erzielt. Unmengen von dünnstem, bemaltem Papier werden spontan auf einer Leinwand zusammen montiert. Dadurch entsteht gleichzeitig dieser Eindruck von Verdichtung und Weite, in diesem Schwarz, wenig unterbrochen von Sepia oder naturhaften Tönen, mit dem wir hier als fast ausschließlicher Farbe konfrontiert sind.
Chen Xi scheint auf der Suche zu sein nach einem Element, einem Urstoff, nach einem Urgrund des Seins. Dem Tao? Suchen wir bei Laotse, dem Begründer des Taoismus, finden wir in den 81 Kapiteln, daß der Begriff „Tao“ zwar umschrieben, jedoch nicht genau definiert wird, sodass der eigentliche Sinn des Tao-te-ching dunkel bleibt. Tao stellt keine persönliche Gottheit dar und wird übersetzt mit Weg, Urgrund, Ursprung, Ratio, Logos. Das Tao erzeugt das Eine, daraus entsteht die Zwei, diese bringt die Drei hervor und daraus entstehen alle Dinge.
Chen Xi entführt den Betrachter seiner Bilder in ein teils ohrenbetäubendes – und augenbetörendes Universum, in das wir hineingezogen werden, in dem uns rasch ein Schwindel erfassen kann, wo wir leicht den Überblick verlieren, in welchem Kosmos wir uns befinden. Und wenn wir uns aus dem Wahrnehmungstaumel wieder befreit haben, nehmen wir einen Hauch von Ahnung, oder gar ein Wissen über den Ursprung unseres Seins von dieser Reise mit.
Im Kabinett: Georg Swatschina, Fotografien des Auwaldes an der March/Thaya
Dauer der Ausstellung: 11. März – 2. April 2017
Ort: Barockschlössl, 2130 Mistelbach, Museumsgasse 4
Öffnungszeiten: Sa, So 14 – 18 Uhr
Aussender / Infos: Kunstverein Mistelbach, Tel 02572/38 44, www.kunstverein-mistelbach.at