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Veranstaltungen und Festivals

Uraufführung Bürgertheater / Landestheater NOE

Premiere 12. Mai, 19.30 Uhr in St. Pölten

„Wo bist du hin entwichen? Von verschwundenen Orten“ von Alfred Komarek

Die Welt, sehr geschätztes Publikum, die Welt ist ein Zelt!
Arena und Tribüne, Menschen, da wie dort und überall. Die einen zeigen was her, die anderen schauen zu. So ist das. Und in St. Pölten ist es nicht anders. Nummerngirls, ZirkusdirektorInnen, Artisten und ErzählerInnen – allesamt BürgerInnen aus St. Pölten und Umgebung – begeben sich mit „Wo bist du hin entwichen?“ auf die Suche nach verschwundenen Orten und erzählen die wechselvolle Geschichte ihrer Stadt voller Spannungen, Widersprüchen und Brüchen. Und an welchem Ort liegen Unterhaltung und Melancholie näher beieinander als in einem Zirkuszelt?

Suche nach verborgenen Orten
Das Bürgertheater am Landestheater Niederösterreich begibt sich in der Spielzeit 2016/17 auf die Suche nach verborgenen, verschwundenen Orten.
Der 1945 geborene österreichische Autor Alfred Komarek, u.a. bekannt für seine zahlreichen, oft verfilmten Kriminalromane, hat eigens für den Abend eine Textfassung erstellt.
Nehle Dick, bislang Theatervermittlerin und Regisseurin am Landestheater und nun Leiterin des Bürgertheaters, führt mit den BürgerInnen die Sammlung von Geschichte und Geschichten zu einem Theaterabend zusammen.
Die wechselvolle Geschichte St. Pöltens voller Spannungen, Widersprüche und Brüche bildet sich in dem vergangenen und heutigen Bild der Stadt ab. Der immer wieder geübte Umgang mit Veränderung, alten Lasten und neuen Zwängen hat viel mit dem Wesen St. Pöltens zu tun und erweist sich als erstaunlich robuste urbane Überlebensstrategie.
Doch wieso verschwinden Plätze auf einmal – von der Karte, aus dem Stadtbild?
Was tritt an ihre Stelle, welche Spuren hallen nach?
Wo lassen sich die Ursachen finden – persönlich, historisch, politisch?

Authentischer Ton
Wichtig für das Projekt ist für Alfred Komarek und Nehle Dick, dass die Akteure direkt in den Schreibprozess eingebunden werden. Die Erfahrungswelten der 56 angemeldeten BürgerInnen zwischen 5 und 82 Jahren und der authentische Ton der TeilnehmerInnen werden sich im Stücktext wiederfinden. Es werden verschwundene Orte vorgeschlagen, die historisch bedeutsam oder für die Stadt prägend, aber auch beiläufig, klein und privat fast übersehen sind.
Mit Hilfe von Thomas Pulle, dem Leiter des Stadtmuseums St. Pöltens konnten viele solcher Orte ausfindig gemacht werden.
So unterschiedlich die Akteure, so unterschiedlich sind auch die Themen und Spuren, die sich vielstimmig und kaleidoskopartig zu einem Theaterabend verdichten.
Manche Orte sind noch aus Erzählungen oder Erfahrungen bekannt, wie zum Beispiel die Tanzschule Riebl, die mit ihren Tanzveranstaltungen für junge Menschen über Generationen beliebter Treffpunkt war, andere haben historische Dokumente zur Grundlage.

Revuehafte Struktur
Als Spielort dient ein Zirkuszelt. Der Zirkus hält formal verschiedene Erzählungen (Orte) und Figuren zusammen. Eine revuehafte Struktur erlaubt eine sprunghafte zeitliche Chronologie aber auch eine eindeutige Verortung (Zirkusdirektor, Nummerngirls oä.).
Die ErzählerInnen, ihrer Persönlichkeit und ihren Vorlieben entsprechend originell, dramatisch, pädagogisch wertvoll, lustig, einsilbig, pathetisch, fantasiereich und nicht immer wahr, geheimnisvoll, traurig bzw. sentimental und so weiter, haben allesamt theatralische/circensische Hilfs- und Zaubermittel zur Verfügung, um ihre Geschichte optimal zu erzählen. Wie erzählt man einen verschwundenen Ort? Wie macht man ihn hör-, sicht- und vor allem spürbar? Hier bietet das Zelt Raum für verschiedenste Darstellungsformen, auch ist Zirkus traditionell ein Ort der Unterhaltung als auch durch seine Flüchtigkeit ein Ort der Melancholie.

Symbolträchtiger Aufführungsort „LEBEN AM FLUSS“
Reizvoll und geradezu ein Beleg für die Relevanz und die Aktualität des Themas ist auch der Standort des Zirkuszelts: Auf dem Gelände des Stadtteilentwicklungsprojekts „Leben am Fluss“ zwischen Sparkassenpark und Traisen gelegen, befindet es sich selbst an einem Ort, an dem das Entschwinden des Alten und das Entstehen neuer urbaner Strukturen ganz aktuell beobachtet werden kann: Bis vor etwa zwei Jahren befand sich auf der jetzigen Brachfläche ein Gebäude des Beschäftigungsprojekts GESA und nur wenige Monate, nachdem das Zelt wieder abgebaut wird, werden hier Gesundheitseinrichtungen, Wohnungen, Kindergarten, Büros, Einzelhandelsflächen neugestaltete Grünbereiche und Infrastruktureinrichtungen entstehen.

Das BÜRGERTHEATER
Das Bürgertheater des Landestheaters Niederösterreich blickt auf eine mittlerweile fünfjährige, erfolgreiche Tradition zurück und konnte mit der Zeit immer mehr Bürgerinnen und Bürger St. Pöltens und aus dem niederösterreichischen Umland für das Theaterspiel begeistern, ca. 50 Personen sind an der diesjährigen Produktion „Wo bist du hin entwichen?“ von Alfred Komarek beteiligt. Das Niveau des Bürgertheaters liegt dabei weit über reinem Laientheater: Theaterbegeisterte Bürgerinnen und Bürger und anspruchsvolle Stoffe ermöglichen stets hochwertige Produktionen, die bei Publikum wie Fachkritik gleichermaßen Anerkennung finden und wiederholt Auszeichnungen erhielten – 2015 erhielt die dritte Bürgertheaterproduktion Glanzstoff, für die der renommierte Autor Felix Mitterer eigens den Text anfertigte, den Nestroy-Spezialpreis.
Aufführungen des Bürgertheaters des Landestheaters Niederösterreich wurden in der Vergangenheit gerne an stadthistorisch relevanten, zu professionellen Theaterräumen, adaptierten Aufführungsorten realisiert. So findet das Bürgertheaterstück der Saison 2016/17 „Wo bist du hin entwichen?“ von Alfred Komarek in einem Zirkuszelt statt.

Verfolgen Sie unseren Blog unter buergertheater. wordpress.com!

Inszenierung und Leitung: Nehle Dick, Text: Alfred Komarek, Kostüme: Irene Schiller

Mit Mircan Adtakan, Lori Arslan, Yüksel Arslan, Bärbel Maria Bauer, Karl Berger, Silvia Blauensteiner, Maria Brunner, Karin Dunky, Alois Dörr, Gabrielle Erd, Milan Eror, Doris Figl, Merten Gareiss, Ingrid Garschall, Marina Gnatko, Johann Groiss, Maria Groiss, Anna Jarosch, Doris Kraushofer, Astrid Krizanic-Fallmann, Martina Kuchler, Vincent Leb, Margit Leuthner, Renate Lobinger, Siegrid Mayer, Margit Meiringer, Friederike Meyer, Christine Nusterer, Sarah Pertl, Martina Poewe, Inge Pohl, Norbert Pohl, Paul Scheiblauer, Caroline Schindele, Clara Schmieder-Sekyra, Karin Schreylehner, Karin Schweinzer, Alfred Semper, Maria Semper, Fiona Siedl, Katerina Strasser, Christine Strunz, Maria Zolda

Premiere: Fr 12.05.17, 19.30 *
Do 18.05.17, 19.30 anschließend Bürgergespräch
Mi 31.05.17, 19.30
Mi 07.06.17, 19.30 * * Simultanübersetzung für Gehörlose

Spielort: Zirkuszelt am Areal des NID-Projekts „Leben am Fluss“
Ecke Eybnerstraße / Westbahnallee (Zugang über Klostergasse), 3100 St. Pölten

Für die freundliche Unterstützung danken wir herzlich: NOE Immobilien Development AG (NID), Verein der Freunde der Kultur St. Pölten, Gehörlosenverbandes Niederösterreich

Kartenvorverkauf: niederösterreich kultur karten, Rathausplatz 19, 3100 St. Pölten, Tel 02742/90 80 80 600, karten@landestheater.net , www.landestheater.net

Aussender: Rupert Klima, Landestheater Niederösterreich, www.landestheater.net

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