Christine Maringer:
Faszination Papier: es ist äußerst fragil und überdauert Jahrhunderte. Man kann es reißen, falten, bemalen, beschreiben, kleben. Christine Maringer interessieren bei ihren Bildern und Objekten aus und mit Papier vor allem anderen Struktur, Rhythmus, Raum, sowie die Verfremdung. Es entstehen zarte Faltbilder aus Japanpapier mit sparsamem Einsatz von Farbe. Naturmaterial, Weggeworfenes, Verlorenes bekommt – in Verbindung mit Papier – eine neue Gestalt, regt zu ungewohnter Sicht auf vertraute Dinge an. In den Schreibbildern und –objekten werden literarische Assoziationen verarbeitet und verdichtet.
Didi Sattmann:
*1951, Fotokünstler, aufgewachsen in der Steiermark, lebt im Weinviertel, NÖ. Abgebrochenes Studium (Forstwirtschaft, Rechtswissenschaft) und zahlreiche Gelegenheitsjobs, wie Fensterputzer, Stahlkocher, Kranfahrer, Monteur. Ab 1979 zunächst freier Fotoreporter. Heute „konzeptuelle“ Porträts, Reportagen und zeitgeschichtliche Fotodokumentation. Textbeiträge, Performances. Didi Sattmann setzt sich in seiner fotografischen Arbeit seit langem mit den Fragen der Identität auseinander, aber auch mit den Fallstricken der sogenannten dokumentarischen Fotografie. Eine fotografische Aufnahme ist für ihn nicht Dokument der „Realität“, sondern vielmehr eine augenblickliche, persönliche ANSICHT.
Ein Foto gilt als Dokument der Realität und steht für die Abbildung von Wirklichkeit. Auch fotografische Porträts erheben diesen Anspruch. – Doch jeder Mensch nimmt für sich eine komplexe, vielschichtige und variable Identität in Anspruch. Eine fotografische Aufnahme kann daher schwerlich dessen „Wirklichkeit“ abbilden, sie zeigt lediglich einen subjektiven Blick des Fotografen auf den Anderen, und sie zeigt bloß eine augenblickliche Sicht. Mich fasziniert die wahre, von Natur gegebene, allen Menschen jeden Alters innewohnende Schönheit, die es freizulegen gilt. Aber weit mehr noch als das Aussehen, hat mich stets interessiert und berührt, welches Potential hinter der Oberfläche von Menschen zu finden sei, innere Qualitäten, Emotionen, Prägungen, Denkweisen und Haltungen. Diese Suche nach einem „wahrhaftigen“ und stimmigen Bild von anderen Menschen war für mich immer auch eine Auseinandersetzung mit den Fragen des eigenen Daseins und mit meiner Identität als Mann.
Im Kabinett: Elena Hochmeister
Dauer der Ausstellung bis 4.6.., Ort: Barockschlössl, 2130 Mistelbach, Museumsgasse 4, Öffnungszeiten: Sa, So 14 – 18 Uhr, Mi 9 - 12 Uhr
Aussender / Infos: Kunstverein Mistelbach, Tel 02572/38 44, www.kunstverein-mistelbach.at