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Veranstaltungen und Festivals

Ausstellung ?Wunderkammer? von Ingeborg Strobl

Eröffnung 2. Juli, 15 Uhr im museumORTH

Mit Ingeborg Strobl lädt das museumORTH in Kooperation mit Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich KünstlerInnen bereits zum achten Mal eine Künstlerin ein, die am Schnittpunkt von öffentlichem Raum und Ausstellungsraum arbeitet. Zuletzt waren Installationen von Lois Weinberger, Annja Krautgasser und Josef Reiter zu sehen und zu hören.

Die Wunderkammern oder Kunstkammern der Spätrenaissance und des Barock gingen aus den früheren Raritäten- oder Kuriositätenkabinetten (Panoptika) hervor und bezeichnen ein Sammlungskonzept aus der Frühphase der Museumsgeschichte, das Objekte in ihrer unterschiedlichen Herkunft und Bestimmung (wie Artefakte und Naturalien) gemeinsam präsentierte. Dieses Konzept wird von Ingeborg Strobl in die Gegenwart übertragen, Gegenstände werden aus vertrauten Zusammenhängen gelöst und als besonders und ungewöhnlich kostbar zur Schau gestellt.

„Wunder sind ständig um uns. Aufmerksamkeit, Offenheit, der genaue, behutsame Blick ohne Vorurteil lässt die Welt funkeln, atmen und klingen. Diese Wahrnehmung erfordert Zeit, Hingabe und Vertrauen in eine individuelle Privatheit, ohne dem Drang nach Prestige, Reichtum und Macht, ohne den Vorschriften des Konsumzwangs folgen zu müssen. Es gibt Nischen, dem Unglück zu entkommen. All dies ist natürlich nur möglich innerhalb von Gesellschaften ohne Hunger, Gewalt und Lebensnot. Wieweit dieser Luxus unserer europäischen Lebensweise im Hier und Jetzt ohne die weltweite Ausbeutung und Knechtung anderer überhaupt möglich ist und je möglich war, ist eine andere Frage, steht auf einem anderen Blatt geschrieben ...“ (Ingeborg Strobl)

Die Arbeiten von Ingeborg Strobl zeichnen sich durch diesen behutsamen, ja liebevollen Blick auf ihre Umwelt aus. Dabei überlagert sie ihre Beobachtungen und Fundstücke nicht mit einem falschen Romantizismus, sondern verschmelzt teilweise brutale Direktheit mit berückender Poetik. Die Arbeiten, die sie im öffentlichen Raum in Niederösterreich realisiert hat – das „Mahnmal für verlorengegangene Artenvielfalt“ in Paasdorf und die Fassadengestaltung beim Ramsar-Zentrum in Schrems – haben sich in die Kulturgeschichten des Landes eingeschrieben.

Ingeborg Strobl, geboren 1949, gestorben 2017. Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien und am Royal College of Art in London. Ausstellungstätigkeiten seit 1971, letzte Einzelausstellung 2016 im LENTOS Kunstmuseum Linz.

Ausstellungsdauer: 3. Juli bis 1. November 2017, 9 – 18 Uhr (ab Oktober bis 17 Uhr), Kuratorin: Hilde Fuchs – in der Reihe Alltagskultur und Gegenwartskunst

Aussenderin: Mag. Hilde Fuchs, museumORTH, www.museum-orth.at , Schlossplatz 1, 2304 Orth an der Donau

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