Fotomontage und -collage in der österreichischen Gegenwartskunst
Sophie Dvo?ák, Cristina Fiorenza, Karin Fisslthaler, Bernhard Hosa, Ursula Hübner, Lisa Kunit, Claudia Larcher, Judith Saupper, Silvester Stöger, Anita Witek
„Die Collage ist traditionell die Verbindung, durch die Elemente des realen Lebens – ein Stück Tapete, eine ausgestopfte Ziege – in die Sprache der zeitgenössischen Kunst eindrangen.“ Das schrieb die Kuratorin Laura Hoptman. Die frühen Collagen und Fotomontagen, die Avantgardisten wie Kurt Schwitters, Hannah Höch und Raoul Hausmann in den 1910er und -20er-Jahren schufen, waren eine bedeutende Neuerung in der Kunst, neben der Abstraktion wohl die wichtigste. Künstlerinnen und Künstler erkannten, dass der Blick auf die Welt nicht linear ist, sondern sich aus Fragmenten zusammensetzt. Dazwischen, darin, wie wir diese miteinander in Verbindung setzen, wird Bedeutung geschaffen. Das erkannte schon der Avantgarde-Künstler Marcel Duchamp.
Hundert Jahre später leben wir in einer Welt, in der digitale Nachrichtenschnipsel und -bilder ebenso wie Werbebotschaften und Mitteilungen auf sozialen Netzwerken stetig auf uns einprasseln. Aus diesen Fragmenten setzen wir uns unsere Lebenscollage zusammen. Das Prinzip der Collage ist damit hochaktuell. Und so erstaunt es keineswegs, dass sie auch heute in der Kunst sehr präsent ist.
Die hier vertretenen Künstlerinnen und Künstler beleuchten mit Fotocollagen und -montagen verschiedene Themen. Sie reichen von sprachlichen Überlegungen (Sophie Dvo?ák) über urbanistische Fragen (Cristina Fiorenza, Claudia Larcher, Silvester Stöger), gehen ins Gesellschaftspolitische (Karin Fisslthaler, Bernhard Hosa und Lisa Kunit), fragen nach ganz Grundsätzlichem wie der Zeit (Judith Saupper) oder befassen sich mit dem Innen-, dem Wohnraum (Ursula Hübner, Anita Witek).
Konzept und Kuratierung: Nina Schedlmayer
Vernissage am Freitag, 25. August, 19 Uhr
Ausstellungdauer: 26. 8.–10. 9. 2017
Haus der Kunst, Kaiser Franz Ring 7, Baden
Öffnungszeiten: Di-So 10-12 Uhr und 15-18 Uhr
Aussender: Prof. Hans-Gerd Ramacher, Stadtgemeinde Baden, Leiter der Abteilung Kultur, Hauptplatz 2, 2500 Baden, Tel 02252/86 800-520, kultur@baden.gv.at