FREIHEIT HINTER DEM STACHELDRAHT (Autobiografische Splitter) und DIE WIEDERGÄNGER Lenins zweite Revolution (Roman aus dem Jenseits). Die Veranstaltung wird von Johann Winkler (UNI-Bibliothek Wien) moderiert. Leseproben werden vom J. Winkler und den Autor aus Sitzedorf an der Schmida vorgetragen.
FREIHEIT HINTER DEM STACHELDRAHT (Autobiografische Splitter)
Das Buch ist als eine fragmentarische Autobiografie angelegt. Persönliche Erinnerungen kontrastieren zu den großen Erzählungen der Geschichtsschreibung. Sie beziehen sich auf die Ära der Nachkriegszeit, bis hin zum Wendepunkt des Prager Frühlings und der Entscheidung des Protagonisten, im Herbst 1968 seine Heimat, die Tschechoslowakei, für immer zu verlassen. Ein wichtiges Anliegen des Autors ist die adäquate Darstellung persönlicher Erinnerungen. Egal ob diese in die Kindheit oder in die Zeit des Erwachsenwerdens reichen - er versucht immer die Denkweise eines Menschen im jeweiligen Lebensabschnitt zum Ausdruck zu bringen. So wird die Entwicklung eines Individuums skizziert, dessen Symptome unbedarfte Naivität, aber auch eine aufkeimende kritische Haltung gegenüber den vorherrschenden Verhältnissen deutlich zum Vorschein bringen. Als Metatext werden telegrafisch Informationen aus der Welt der Nachrichten eingeblendet, die individuelle und politische Ebenen miteinander verschränken.
DIE WIEDERGÄNGER Lenins zweite Revolution (Roman aus dem Jenseits)
Der alleinstehende Museumspräparator Philipp Pannak verliert durch die Pensionierung in seinem siebzigsten Lebensjahr den Boden unter den Füßen. Er wird depressiv und fühlt sich in der Folge von höheren Wesen angesprochen. Er soll im Jenseits - konkret in der dritten Existenzstufe, dem Fegefeuer - die dort befindlichen Erhaltenen (Mumien) betreuen. Er betrachtet dies als göttlichen Wink und plant seinen Suizid. Während eines Landausflugs mit anschließender Wein- und Sturmverkostung (gärender Traubenmost) entfernt er sich von der Gruppe und begibt sich in einen mit Gärgas kontaminierten Keller. Sein Vorhaben gelingt. Das Fegefeuer ist eine Einrichtung, in der die Verstorbenen durch ständiges Wiederholen sündhafter Tätigkeiten von diesen befreit werden sollen. Erst danach erfolgt das Vorrücken in die nächsthöhere Existenzstufe. Pannak wird von der himmlischen Bürokratie beauftragt, für „ansehnliches“ Aussehen der Verstorbenen zu sorgen. Zu seinen Klienten gehören neben zahlreichen in den letzten Jahrhunderten entdeckten erhaltenen Menschenkörpern wie die Mumien aus Venzone, aus der Michaelergruft in Wien, aus dem ungarischen Vác oder dem Kapuzienerkloster in Palermo auch herausragende Persönlichkeiten wie Fürst Vlad Tepes Dracul, Evita Perón, die Mitglieder der Franklin-Expedition, der legendäre Pater Pio und nicht zuletzt W. I. Lenin …
Stadtbibliothek Retz, Hauptplatz 9, 2070 Retz, Eintritt: freie Spende
Aussender: Milan Rácek, Tel 0676/623 14 56, milan.racek@gmx.at