Haupteingang altes Donau-Universitätsgebäude
Dr.-Karl-Dorrek-Straße 30, 3500 Krems an der Donau
"06.04.1945" ist der schlichte Titel der über 100 Meter langen Wandmalerei von Ramesch Daha auf der Mauer der Justizanstalt Krems. Alles andere als "schlicht" ist die Geschichte, die hinter dieser Zahl steht. Am 6. April 1945 ging ein Massenmord in Krems-Stein als eines der sogenannten "Endphasenverbrechen" des Zweiten Weltkriegs in die Geschichte ein. Die dafür gebräuchliche Bezeichnung "Kremser Hasenjagt" steht für die Form der erbarmungslosen Hatz, bei der die Waffen-SS, Wehrmacht und SA unter aktiver Mithilfe lokaler NS-Funktionäre hunderte, kurz zuvor aus dem Zuchthaus Stein entlassene, überwiegend politische Häftlinge sowie den Direktor und drei Gefängniswärter ermordeten.
Ramesch Daha hat Fragmente des Strafgefangenenregisters aus den Jahren 1944 und 1945 auf die Mauer des Gefängnisses mit blauer Farbe übertragen. Wie bereits der Titel der Arbeit vermittelt, verzichtet sie auf Deutung wie auf narratives Pathos, sondern setzt einem unfassbaren Verbrechen, die Faktizität einer schlichten Aufzählung entgegen, durch die das Ausmaß der menschlichen Katastrophe in vollem Umfang spürbar werden kann. Mehr Informationen
Shuttlebus ab 15 TeilnehmerInnen nach Krems Stein, ab Wien zwischen Universität und Rathauspark. Abfahrt: 13.30 Uhr, Rückfahrt: 17.30 Uhr. Um Anmeldung wird gebeten bis 21. Juni 2018 unter 02742/9005 13504 oder publicart@noel.gv.at .
Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich
Aussender: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Abteilung Kunst und Kultur, Landhausplatz 1, 3109 St. Pölten