21. Juni, 19.30 Uhr: Lesung aus dem Roman von Livia Klingl DER LÜGENPRESSER, danach: Judith Weissenböck im Gespräch mit der Autorin, Museumszentrum, 2130 Mistelbach, Waldstraße 44-46, Eintritt frei - Spenden erbeten
Dr. Karl Schmied, 62, ist verliebt in Sonja aus Moldawien. Weil die Zukunft verheißungsvoll ist, schaut der Boulevardjournalist und studierte Historiker auch in die Vergangenheit zurück. Aus kleinen Verhältnissen stammend, hat er etwas aus sich und seinem Leben gemacht. Mit vielen Veränderungen im Land ist er durchaus zufrieden, aber dass man keinen "Mohr im Hemd" mehr bestellen darf und gleichgeschlechtliche Paare jetzt auch noch heiraten wollen, geht ihm dann doch zu weit. EU, Migranten, Flüchtlinge, Roboterisierung, Social Media, die Krise der Politik und der Zeitungen: Karl Schmied sieht schwarz für die Zukunft. In seinem kleinen Kosmos fühlt er sich durchaus wohl. Bis zwei unerwartete Nachrichten sein sorgfältig zurechtgezimmertes Selbstbild krachend zum Einsturz bringen - worauf der vermeintlich Besonnene zu einem drastischen Mittel greift.
Mit spitzer Feder und hintersinnigem Witz taucht Livia Klingl in ihrem ersten Roman tief in die österreichische Seele ein. Sie schickt Karl Schmied auf eine Reise durch das Gestern, das Heute und das zu erwartende Morgen und blickt hinter die Fassade eines Menschen, der wie so viele andere auch das Gefühl hat, aus dieser unberechenbaren Zeit gefallen zu sein.
22. Juni, 19.30 Uhr: DER BAGGERFAHRER Tragikomödie nach Henning Mankell, Pfarrzentrum, 2130 Mistelbach, Marienplatz, Abendkasse 15 Euro - Vorverkauf 13 Euro, towanda@nachhaltig.at , 0699/181 000 83
Mankells Stück spielt in Schweden 1990: Rune, ein Baggerfahrer sitzt, sich langsam betrinkend, am Tresen und beschwatzt den Barkeeper über seine fast Karriere als Fußballprofi, seine gescheiterte Ehe, den Niedergang Schwedens und dass die Ausländer an allem schuld seien. Währen dessen wartet er angeblich auf eine Frau...
Weinviertel 2017: Heinz ist von dem Stück begeistert und will es mit Max als Schauspieler inszenieren. Max findet es allerdings zu wenig aktuell und will mehr Bezug zu Heute herstellen - für Heinz ein No go. Es entwickelt sich ein Streit - bissig, rasant und humorvoll - aus dem sich Einblicke in das auch nicht immer friktionsfreie Leben der beiden ergeben... Es spielen: Herbert Marko und Kurt Leitner, Regie: Manfred Linhart
Aussenderin: Judith Weissenböck, Martina Pürkl, Plattform für Vielfalt, judith.weissenboeck@orf.at