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Niederösterreichische Landeskorrespondenz

20 Jahre Weltkulturerbe Semmeringbahn

LH Mikl-Leitner: Region bietet großes touristisches Potenzial

Mit einer Sonderzugfahrt und einem Festakt vor dem Ghega-Denkmal in der Gemeinde Semmering (Bezirk Neunkirchen) wurde am Samstag in Anwesenheit von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner das Jubiläum „20 Jahre Weltkulturerbe Semmeringbahn“ gefeiert.

„Das Weltkulturerbe Semmering wurde von allen Gemeinden in dieser Region zu ihrem Herzensanliegen gemacht“, sagte die Landeshauptfrau im Gespräch mit Moderator Hermann Doppelreiter. „Dieses Welterbe kann nur erhalten und gelebt werden, weil hier Hunderte von Menschen ‚Hand anlegen‘ und sich ehrenamtlich engagieren“, sagte Mikl-Leitner und sprach den vielen Freiwilligen Respekt, Dank und Anerkennung aus. „Die Semmeringbahn hat unglaublich viel Potenzial und ist eine wichtige Lebensader für Niederösterreich und die Steiermark“, hielt sie fest.

„Der Semmering erlebt seit einigen Jahren ein Revival“, unterstrich die Landeshauptfrau. „Ein gutes Beispiel dafür ist die Villa Antoinette, die revitalisiert wurde und ein positives Vorbild darstellt, wie man Tradition mit Moderne verbinden kann“, fuhr sie fort. „Im Kurzentrum am Semmering und im Südbahnhotel werden viele Veranstaltungen angeboten. Es ist etwas ganz Besonderes in historischen Gebäuden Kunst und Kultur erleben zu dürfen“, so die Landeshauptfrau.

Die steirische Landesrätin Doris Kampus sagte: „Eine Bahnfahrt über den Semmering ist nach wie vor faszinierend, weil man die Landschaft und dieses Bauwerk genießen kann. Die alte Strecke und die bald neue Strecke werden sich sehr gut ergänzen. Die Bahn verbindet Menschen und das Weltkulturerbe verbindet Generationen“.

Bürgermeister Horst Schröttner betonte, dass der Verein „Freunde der Semmeringbahn“ versuche, die Strecke in der Öffentlichkeit noch bekannter zu machen.

Sabine Haag, Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums und Präsidentin der österreichischen UNESCO-Kommission, meinte: „Weltkulturerbestätte zu sein ist eine große Auszeichnung, auf die wir sehr stolz sein können.“ Diese Auszeichnung sei aber auch mit vielen Verpflichtungen verbunden. Patrick Schicht vom Bundesdenkmalamt hielt fest: „Alle Bauwerke, die im aktuellen Betrieb nicht benötigt werden, sollen bewahrt und geschützt werden. Es gibt auch Bemühungen, die historischen Wächterhäuser zu nutzen.“

Zu Wort kamen noch Günter Dinhobl (Icomos Vertreter für die Semmeringbahn), Günter Novak (Technischer Leiter Sanierung historische Strecke), Gerhard Gobiet (Projektleiter Semmering Basistunnel) und Gabriele Zuna-Kratky (Generaldirektorin Technisches Museum Wien), die betonte: „Es gibt im Technischen Museum in Wien viele Dokumente, Skizzen, Pläne etc. die während des Baues der Semmeringbahn aufgezeichnet wurden und nun der Öffentlichkeit präsentiert werden.“

Im Jahr 1998 wurden die Semmeringbahn und die umliegende Landschaft von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Die etwa 42 Kilometer lange Strecke, erbaut von Carl Ritter von Ghega, führt von Gloggnitz bis nach Mürzzuschlag. Die Semmeringbahn ist eine Teilstrecke der Südbahn in Österreich und verläuft von Gloggnitz über den Semmering nach Mürzzuschlag. Sie war die erste normalspurige Gebirgsbahn Europas und wurde 1854 eröffnet. Strecke und Lokomotivbau der Semmeringbahn gelten als Meilensteine der Eisenbahngeschichte. Der Streckenverlauf wird von 14 Tunneln, 16 Viadukten und über 100 gewölbten steinernen Brücken und Durchlässen geprägt.

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