Ernst-Fuchs-Museum in der Otto Wagner-Villa, 1140 Wien, Hüttelbergstr. 26
Eröffnung: Familie Fuchs, Matthias Opis (Styria Verlag), Lesung Gregor Auenhammer
„Die Straßen Wiens sind mit Kultur gepflastert – alle anderen mit Asphalt.“ Karl Kraus
Wie ein roter, nein, pardon, wie ein grüner Faden ziehen sich die Lebenslinien des großen Architekten und Stadtplaners Otto Wagner durch Wien – einem Spinnennetz gleich. Allein die von ihm erbaute Stadtbahn mit seinen Viadukten, Tunneln, Stationen und – last but not least – den grünen Geländern prägt das Stadtbild der Donau-Metropole bis heute. Was aber weiß man von den Lebenswelten des genialen Künstlers?
Gregor Auenhammer entführt – als Bewahrer des Vergänglichen, des in Vergessenheit-Geratenden, des in der Schnelllebigkeit unserer Zeit Vernachlässigten – aber nicht nur an in Stein gemeißelte und Stahl gegossene Hinterlassenschaften des genialen Jugendstil-Architekten, sondern heftet sich an die Fersen des Menschen hinter dem Visionär. Auf der Suche nach der Seele der Virtuosität und Kreativität …
Otto Wagner (1841-1918) war zweifellos ein Fixstern im Universum des Wiener Fin de Siècle. Entsprechend funkelnd ist das Kaleidoskop seines Schaffens. Der 100. Todestag des grandiosen Architekten war Gregor Auenhammer Anlass für eine Fährtenlese im Hier und Jetzt. Was ist erhalten? Was hat Bestand? Was Relevanz? Adolf Loos bezeichnete ihn als größten Architekten seiner Zeit. Hätte man Zeit seines Lebens alles erbaut, was der Visionär der Moderne für Wien ersonnen hatte, wäre der Republik heute so manch peinliche Diskussion erspart geblieben.
Entlang biografischer, geografischer, literarischer, amouröser und künstlerischer Eckdaten entführt Auenhammer an Orte des Wirkens und Lebens: Wo hat Wagner gelebt, wo hat er gelernt, geliebt, gearbeitet? Wo hat er gespeist und getrunken? Mit wem? Und was? Hatte er bizarre Vorlieben? Versteckte Obsessionen? Oder Komplexe? Wie war sein Verhältnis zu seiner Mutter – seinen Frauen, seinen Musen? Und wie schlug sich dies im Werk des Workaholic nieder? Als passionierter Fußgänger richtet Auenhammer Scheinwerfer auf soziale Umstände, Galanterien und Petitessen, Exaltiertheiten und Beziehungsgeflechte.
Zusammen mit Fotograf Gerhard Trumler flaniert Auenhammer durch Wien, vergleicht aktuelle mit historischen Ansichten, dekuvriert Reste des vermeintlich Idyllischen und dokumentiert Straßenzüge, Ateliers und Interieurs – als Bewahrer des Vergänglichen, des in Vergessenheit-Geratenden, des in der Schnelllebigkeit unserer Zeit Vernachlässigten. Auf der Suche nach der Seele der Virtuosität.
Rückfragen: Styria-Verlag, Fr. Katzensteiner (office@styria.at) oder gregor.auenhammer@derStandard.at
Aussender: Georg Auenhammer, gregor.auenhammer@DerStandard.at