Martin Amanshauser: Die Amerikafalle
Musikalisch begleitet von Laura Rafetseder
Benin, Goa, Kirgisistan: Man könnte meinen, Martin Amanshauser habe schon alles gesehen und erlebt. Als es ihn mit Kind und Kegel für ein halbes Jahr in die Universitätsstadt Bowling Green, Ohio, verschlägt, erwartet ihn daher eine Überraschung: Die Amerikafalle schnappt zu. Ob obligatorischer Autokauf, das Abholen der Kinder von der Schule, auf Lesereise oder beim Super Bowl-Fernsehabend: Alles ist gleichermaßen vertraut wie befremdlich. So sehr Amanshauser Skeptiker bleiben will, allmählich bringen ihn die ebenso unerschütterlich freundlichen wie enervierend prinzipientreuen Menschen dazu, sich in dieses widersprüchliche Land zu verlieben.
Amanshauser arbeitet als Autor, Übersetzer aus dem Portugiesischen und Journalist, u.a. für die Süddeutsche Zeitung und die Presse. Er schreibt Romane, Lyrik und Sachbücher.
Do, 11. 10., 19.30 Uhr, Café Zum Kuckuck im Kino
Philosophisches Café: Was ist Wahrheit?
Die Wahrheit sei die Erfindung eines Lügners, lautet eine Position zum Thema. Dass es eine ausgesprochene „Angst vor der Wahrheit“ gäbe, eine andere. Impulsreferentin: Cornelia Bruell
Di, 16. 10., 19 Uhr, Café Exel, Amstetten
Uli Datler Quartet: STINGfluenced
Seit Ende der 1980er hat Uli Datler die Musik von STING nicht mehr losgelassen. Ein lang gehegter Traum von ihm war daher, die Musik von STING im Jazzkontext zu arrangieren und im Rahmen eines akustischen Ensembles aufzuführen. Zusammen mit Edi Köhldorfer (Gitarre), Martin Heinzle (Bass), Bernd Rommel (Schlagzeug) und Thomas Faulhammer als spezieller Gast am Saxophon spielt er einige Jazz-Arrangements von Stücken des britischen Popmusikers.
Fr, 19. 10., 20.30 Uhr, Café Zum Kuckuck, EUR 10,-
Philosophisches Café: Was das Schöne sei
Das Reich der Schönheit ist größer. Nietzsche vermutete noch unentdeckte Arten von Schönheit, vor allem abseits der klassischen Ansicht, die Schönheit wäre im Moralisch-Guten zu suchen. Impulsreferent: Ronald Höfer
Di, 30. 10., 19 Uhr, Café Exel, Amstetten
Rainer Graf: Schulen der Zukunft
In Zukunft braucht es SchülerInnen, die ihre eigenen Bedürfnisse kennen, aber auch Verantwortung für andere übernehmen, die eigenverantwortlich arbeiten und gleichzeitig fähig sind, sich in Teams zu integrieren, mit viel Fachwissen, aber auch emotionaler Intelligenz. Um solche Persönlichkeiten hervorzubringen, braucht es einen Rahmen, in dem traditionelle Schulorganisation immer mehr außer Kraft gesetzt wird.
Rainer Graf ist seit 2010 Direktor des Schulzentrums Ybbs an der Donau (HAK, HAS und IT-HTL), einer Modellschule für Individualisierung und Potenzialentfaltung.
Mo, 12. 11., 19.30 Uhr, Café Zum Kuckuck im Kino
Oliver Tanzer: Lilith und die Dämonen des Kapitals. Die Ökonomie auf Freuds Couch.
Der Ökonom Tomas Sedlacek sezierte gemeinsam mit Oliver Tanzer unser Wirtschaftssystem und zeigte, dass es zutiefst gestört ist. Viele glauben: Die Wirtschaft funktioniert nach den Gesetzen der Logik. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Wirtschaft wird erschüttert von immer neuen Krisen, ihre Akteure - Notenbanker, Manager, Politiker - sind oft getrieben von Wahnvorstellungen und Persönlichkeitsstörungen. Wer die Ökonomie wirklich verstehen will, muss sie durch die therapeutische Brille betrachten.
Oliver Tanzer ist leitender Redakteur der Wochenzeitung Die Furche. Er war langjähriger Korrespondent des ORF bei der EU in Brüssel, davor Redakteur für den Standard und profil.
Do, 22. 11., 19.30 Uhr, Café Zum Kuckuck im Kino
Philosophisches Café: Rosa Luxemburg
Rosa Luxemburg verstand sich nicht als dogmatische Marxistin, eher als Sozialdemokratin: „Marxismus ist eine revolutionäre Weltanschauung, die stets nach neuen Erkenntnissen ringen muss, die nichts so verabscheut wie das Erstarren in einmal gültigen Formen, die am besten im geistigen Waffengeklirr der Selbstkritik und im geschichtlichen Blitz und Donner ihre lebendige Kraft bewahrt.“ Impulsreferentin: Margarete Maurer
Di, 27. 11., 19 Uhr, Café Exel, Amstetten
Stephan Schulmeister: Der Weg zur Prosperität
Seit 45 Jahren nehmen Arbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigung und Armut zu. Der Sozialstaat wurde geschwächt, Millionen Menschen in Europa leiden Not. Immer mehr erhoffen sich soziale Wärme in der nationalen Volksgemeinschaft. Was hat die herrschende Wirtschaftstheorie damit zu tun? Weshalb vertiefen ihre Empfehlungen die Krise? Wie kommt man aus diesem Teufelskreis heraus? Und wie prägt eine Ideologie, nach der nur die Konkurrenz das ökonomisch Beste ermöglicht, unser Zusammenleben? Der Ökonom Stephan Schulmeister erklärt den „marktreligiösen“ Charakter der neoliberalen Theorien und entwirft eine neue „Navigationskarte“ für den Weg zur Prosperität in einem gemeinsamen Europa.
Stephan Schulmeister forschte von 1972 bis 2012 am WIFO in Wien und gehört zu den bekanntesten Ökonomen Österreichs. Seine Forschungsschwerpunkte sind die längerfristige Wirtschaftsentwicklung und das Verhältnis von Real- zur Finanzwirtschaft. Er kritisiert den Neoliberalismus als Ideologie im Interesse des Finanzkapitals, nicht des Realkapitals, und sieht sich daher als Freund des Unternehmertums.
Di, 4. 12., 19.30 Uhr, Rathaussaal Amstetten
Gerhard Zeillinger: Überleben
Walter Fantl ist vierzehn, als Hitler in Österreich einmarschiert, mit 18 wird er nach Theresienstadt, mit 20 nach Auschwitz deportiert. Gemeinsam mit seinem Vater geht er am 29.9.1944 über die Rampe von Birkenau. Als der 21-Jährige im Juli 1945 nach Wien zurückkommt, ist ihm nichts von seinem Leben geblieben als ein breiter Ledergürtel: das einzige, was er nach der Selektion behalten durfte. Bis zur Befreiung ist der Gürtel für ihn ein Überlebenssymbol, an das er sich jeden Tag klammert. Und bis heute ein Stück Erinnerung an die dunkelste Zeit seines Lebens: als er seine gesamte Familie verlor.
Basierend auf Gesprächen und Originaldokumenten zeichnet Zeillinger den Lebensweg nach, der von der behüteten Kindheit in Bischofstetten direkt in den Horror der NS-Zeit und in die Stunde null nach der Befreiung mündet.
Gerhard Zeillinger, geb. in Amstetten, Studium der Germanistik und Geschichte in Wien, Dissertation über Julian Schutting. Tätigkeiten als Verlagslektor, Literaturwissenschaftler, Historiker und Literaturkritiker für Der Standard, Die Presse, Literatur& Kritik.
Do, 6. 12., 19.30 Uhr, Café Zum Kuckuck im Kino
Café Drechsler: And NOW...Boogie! (in Kooperation mit der Kulturabteilung der Stadt Amstetten)
Der Schlagzeuger Alex Deutsch, der Bassist Oliver Steger und der Saxophonist Ulrich Drechsler entwickelten Anfang des Jahrtausends unplugged und ohne Filter einen ganz eigenständigen, unverwechselbaren musikalischen Stil: Basierend auf dem Besten, was die akustische und elektronische Club Music zu bieten hat, erschaffen sie daraus eine unvergleichliche Mischung aus Jazz, Funk, Soul, TripHop, Breakbeat, Drum’n’Bass und, und, und...
Fr, 14. 12., 20.30 Uhr, Café Zum Kuckuck, EUR 15,-
In Memoriam Manfred Wohlfahrt
Präsentation der „ZeitSchrift extra“. Gerhard Zeillinger und Wolfgang Rosenthaler lesen und erzählen.
Di, 18. 12., 19.30 Uhr, Café Zum Kuckuck im Kino
Aussender: Ernst Gassner und Fritz Rafetseder, Verein Kulturhof Amstetten, www.kulturhof.at