Almut Hahn, Nikola Hansalik, Anna Reschl, Corinne Rusch und Elena Steiner
Kunstfabrik Groß-Siegharts, Karlsteiner Straße 4, 3812 Groß-Siegharts
Ausstellungsdauer: 11. November 2018 - 28. Jänner 2019
Öffnungszeiten: Mi - So 13 - 18 Uhr
ab 3. Dezember nach tel. Vereinbarung unter 0676/624 56 05
Spielt man „Stille Post“, erzählt man im Flüsterton etwas Geheimes weiter. Je mehr Leute das Geheimnis weitertragen, umso mehr verändert sich seine Geschichte. Auch die fünf Künstlerinnen dieser Gruppenausstellung erzählen von Geheimnissen: von Dingen, über die man nicht gerne spricht, von Seiten an sich, die man nicht zeigen möchte, von familiären Unaussprechlichkeiten und sozialen Unwegsamkeiten. Jede Künstlerin hat ihren eigenen Weg gefunden, dem vermeindlich Unsagbaren künstlerischen Ausdruck zu verleihen.
Almut Hahn
Die Serie „Repetition Creates Normality“ stellt das Pha¨nomen der transgenerationalen Weitergabe dysfunktionaler Familienstrukturen dar, also die Tatsache, dass Bindungsmuster, U¨berzeugungen, Verhaltensweisen, A¨ngste, Scham oder Schuld von der Elterngeneration an die Generation der Kinder weitergereicht werden ko¨nnen. Almut Hahn fasziniert dabei das Potential künstlerischer Ausdrucksformen, das Visualisieren, Benennen und im Zuge dessen auch um die Konfrontation mit den eigenen bzw. gesellschaftlichen "Dämonen".
Nikola Hansalik
Die farbenprächtige Rauminstallation „All Safety Is an Illusion“ zitiert die omnipräsenten, auf den Stoff von großformatigen Fahnen gebannten, schnell zu rezipierenden Werbebotschaften auf den Straßen. Nikola Hansalik interpretiert die kommerziellen Fahnen neu und überrascht mit den aufgenähten Botschaften und Statements. Sie verdeutlicht, dass Kunst weder etwas beweisen muss, noch eindeutige Antworten liefern will, und fordert den Betrachter auf, eingefahrene Denkweisen hinter sich zu lassen.
Anna Reschl
Neurosen liegen im Trend! Neurosen genießen mittlerweile den Rang von Statussymbolen und sind für eine nicht unerhebliche Reihe neuer Industrie- und Technologieentwicklungen verantwortlich. Neurosen bedeuten Geld. Neurosen sind ein Wohlstandphänomen. Anna Reschl hat der Neurose in Form eines kleinen dünnen, langbeinigen insektenähnlichen Geschöpfs eine Gestalt verliehen. Ihre Porträts zeigen isoliert wirkende Figuren, oft in Interaktion mit ihrer Neurose.
Corinne Rusch
Inspiriert von den klassischen Stillleben und Portrait-Malereien des 17. Jahrhunderts hat Corinne Rusch die Serie von Selbstportraits mit dem Titel "Please hide your face or puke me out" in Szene gesetzt. Die Darstellung von reglosen Gegenständen, wie Blumen, toten Tieren, Früchte etc hat in der europäischen Kunstgeschichte große Tradition. Rusch interessieren die inhaltlichen, oft symbolischen und ästhetischen Aspekte. Sie benutze Kompositionen wie sie u.a. in Caravaggios Malereien zu finden sind. Ihr Zitat daraus sind die Stoffe, die durch das Spiel von Licht und Schatten eine besondere Plastizität erhalten und so die Dramatik der Charaktere erhöhen.
Elena Steiner
Ihre Arbeiten sind ein Spiel mit den Klischees (selbst-)inszenierter Porträts. Mit ihren Motiven bedient sie sich einer an Bildmaterial überschwemmten Selfie- Gesellschaft und beleuchtet Phänomene wie Ego-Kult und den notirischen Drang zu visueller Selbstpräsentation und Selbstinterpretation. Ohne dabei die (Sehn-)Sucht nach Aufmerksamkeit und Anerkennung aus den Augen zu verlieren.
Aussender: Galerien Thayaland, presse@galerien-thayaland.at