Kunstgespräch - Elisabeth Homar / Leo Zogmayer
Ausstellungsdauer: 18. November - 9. Dezember 2018
Galerieöffnungszeiten: Freitag – Sonntag: 14 – 18 Uhr
Elisabeth Homar
geboren 1950, in Altpölla, Niederösterreich
1979 – 82 Hochschule für angewandte Kunst Wien, Meisterklasse Grete Rader-Soulek
1985 Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich
Elisabeth Homar gestaltet sehr kleine dreidimensionale Objekte. Diese sind aus verschiedenen, oft der Alltagswelt entnommenen Fundstücken zusammengesetzt. Nägel, Drähte, Verpackungskartons, altes Spielzeug, etc. werden von der Künstlerin gesammelt, aufbewahrt und vielleicht erst nach Monaten, Bestandteil ihrer Materialkombinationen. Elisabeth Homars außergewöhnlich grosser visueller Begabung ist es zu verdanken, dass sie in den „kleinen Dingen“ – die man an sich kaum als künstlerisch relevant betrachtet – Qualitäten entdeckt, die den meisten Menschen auf den ersten Blick verborgen bleiben.
Verschiedene Gegenstände bzw. Materialien von unterschiedlicher stofflicher Beschaffenheit und optischer Wirkung werden miteinander verknüpft; Draht, Klammern oder Schnüre haben oft eine verbindende Funktion. Durch die Kombination von Gefundenem, Fragmentarischem, Ungestaltetem oder bereits Gestaltetem und das Einbeziehen von Farbe wird ein neuer Zusammenhang, eine „neue Wirklichkeit“ geschaffen. Einen wesentlichen Aspekt der Werke von Elisabeth Homar stellt der spielerische Umgang mit den Materialien dar, welcher den Objekten ein heiteres Moment verleiht und sie davor bewahrt, in den Bereich des Sentimentalen abzugleiten.
Die Künstlerin vermag es, den Reiz der „banalen Dinge“ freizulegen bzw. diesen überhaupt erst bewusst zu machen. In einen neuen Kontext gebracht zeigen sie sich von einer ungewohnten und ansprechenden Seite und erscheinen plötzlich beachtenswert und voller Schönheit. Elisabeth Homars kleine, manchmal fast fragil wirkende Objekte strahlen eine Wirkung aus, der man sich kaum entziehen kann.
Die Arbeiten von Elisabeth Homar sind materialisierte, kleine Träume mit großer Bodenhaftung. Durch Ihre Existenz aus alltäglichen Materialien, weisen sie auch auf das Hier und Jetzt hin. Lose angeordnet, frei hängend, gerahmt durch luftige Schächtelchen, scheinen sie im Raum zu schweben. Sie drängen sich nicht auf. Wer sie erhascht, die Träume, wer sich einlässt auf die symbolischen Hinweise, die Elisabeth Homar ihren Objekten entlockt, der ist fasziniert von ihrer schlichten Schönheit, ihrer Poetik und ihrem stillen Humor.
Galerie Blaugelbezwettl, Propstei 1, 3910 Zwettl
info@blaugelbezwettl.com , www.blaugelbezwettl.com
Aussender: M.A., martin@anibas.at