In einem gemeinsamen Projekt von Museumsmanagement Niederösterreich und Museum Retz wurde die Sammlung des ehemaligen Kriegsmuseums Retz aufgearbeitet. Die Ergebnisse wurden nun im Buch „Der Große Krieg im kleinen Museum. Das Kriegsmuseum Retz (1926-1947)“ präsentiert. Das 186 Seiten umfassende Werk erzählt die Geschichte der Sammlung des Retzer Museumsverwalters Karl Mössmer und kann als Beispiel für die Sammelstrategien kleiner Museen und Sammler im Ersten Weltkrieg gelten.
Hintergrund und Anlass des Projekts
Zur Zeit des Ersten Weltkriegs gab es eine breite Bewegung des Sammelns von Objekten, die für das Weltkriegsgeschehen, das die gesamte Gesellschaft erfasste, als repräsentativ galten. In Retz sammelte der ambitionierte Museumsverwalter Karl Mössmer (1863-1934). 1926 richtete er ein Kriegsmuseum ein, das bis 1947 bestand. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet die Kriegssammlung in Vergessenheit und wurde größtenteils verräumt. Die Sammlung des ehemaligen Kriegsmuseums wurde im Rahmen des Pilotprojekts „Schätze ins Schaufenster – Qualitätsoffensive Museumsdepots“ des Landes Niederösterreich wieder aufgefunden und im Zuge eines Forschungsauftrags zu den „Sammlungen der ‚Kriegsmuseen‘ zum Ersten Weltkrieg in der Zwischenkriegszeit in Niederösterreich“ aufgearbeitet und inventarisiert. Das Projekt wurde vom Museumsmanagement Niederösterreich und dem Museum Retz durchgeführt.
Das Buch
Das Buch „Der Große Krieg im kleinen Museum. Das Kriegsmuseum Retz (1926-1947)“ erzählt die Geschichte der Sammlung. Sie kann als Beispiel für die Sammelstrategien kleiner Museen und Sammler im Ersten Weltkrieg gelten und lenkt die Aufmerksamkeit auf Objekte aus dem „Großen Krieg“, die als kleinere Bestände in vielen Museen vorhanden sind. Nach einer Einführung in die Geschichte von Karl Mössmer und seiner Sammlung liegt der Schwerpunkt des Buches auf der bildlichen Präsentation eines Querschnitts der Sammlung. 595 aus insgesamt 3.172 Objekten der Kriegssammlung werden vorgestellt. Themenbereiche reichen von Patriotika des euphorischen Beginns über Feldpost, Kleidungsstücke, Ersatzstoffe und Exlibris bis hin zu Erinnerungsobjekten, Frauen an der Heimatfront und die Kunst von Kriegsgefangenen.
„Der Große Krieg im kleinen Museum. Das Kriegsmuseum Retz (1926-1947)“ Autorin: Mag.a Helene Schrolmberger, Produktion: Museumsmanagement Niederösterreich GmbH. Herausgeber: Kultur.Region.Niederösterreich GmbH, Fotografie: Carolina Frank, Mag.a Helene Schrolmberger, Thomas Magyar, Grafik: Mag. Ulrike Schwach-Pekert, ISBN 978-3-903058-21-7, Softcover, 184 Seiten, UVP: EUR 18,90, Auflage: 700 Stück. Erhältlich beim Museumsmanagement Niederösterreich
Die Autorin
Helene Schrolmberger, geboren 1958, hat Europäische Ethnologie studiert. Sie ist seit 2010 mit der Aufarbeitung der Sammlungen am Museum Retz befasst und in kleinerem Ausmaß in grenzüberschreitenden regionalhistorischen Projekten und als Ausstellungskuratorin tätig. Ihre Schwerpunkte sind kulturwissenschaftliche Fragestellungen zu musealen Sammlungen und Themen der Stadtgeschichte. Sie inventarisierte die gesamte Kriegssammlung im Rahmen des Pilotprojektes „Schätze ins Schaufenster – Qualitätsoffensive Museumsdepots“.
Museumsmanagement Niederösterreich
Die Museumsmanagement Niederösterreich GmbH ist ein Betrieb der Kultur.Region Niederösterreich GmbH. Zu den Aufgaben zählen die Beratung der nichtstaatlichen Museen und Sammlungen, die Abwicklung der Museumsförderung des Landes Niederösterreich sowie die Führung der niederösterreichischen Museumsdatenbank und des Museumsarchivs. Das Museumsmanagement Niederösterreich ist Anbieter von Fortbildungsveranstaltungen (Lehrgang Kulturvermittlung, Museumskustodenlehrgang, Lehrgang Regional- und Heimatforschung sowie Kleindenkmale, Anbieter von Praxiskursen) und organisiert den jährlichen Museumsfrühling Niederösterreich sowie den NÖ Museumstag.
Aussenderin: Karin Böhm, Museumsmanagement Niederösterreich GmbH, Neue Herrengasse 10/3, 3100 St. Pölten, Tel 02742/90666 6123, karin.boehm@noemuseen.at , www.noemuseen.at