Hugo Bettauer entwarf in seinem "Roman von übermorgen", so der Untertitel, das Bild einer Stadt namens Utopia – Schauplatz und Drehort ist das Wien der frühen 1920er-Jahre. Utopia wird von Arbeitslosigkeit und einer raschfortschreitenden Inflation heimgesucht. Die antisemitischen Großdeutschen nehmen diese Situation zum Anlass, den Juden die Schuld an der wirtschaftlichen Misere zuzuschieben. In einer Parlamentssitzung wird die Ausweisung der Juden beschlossen. Nach einer ersten Euphorie zeigt sich jedoch bald, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse nach der Vertreibung noch schlechter werden. Dem inkognito zurückgekehrten Leo Strakosch gelingt es mit Hilfe seiner Geliebten Lotte, den großdeutschen Rat Bernart von einer Abstimmung über die Rückkehr der Juden fernzuhalten und dadurch die Ausweisung rückgängig zu machen. Letztlich erweist sich die Vertreibung der Juden - in Abschwächung der Romanvorlage - im Film als ein Traum des Antisemiten Bernart.
Dieser 1923/24 nach einem Bestseller von Hugo Bettauer gedrehte Film zählt nicht zuletzt wegen des brisanten Themas zu den wichtigen und ambitionierten Produktionen der österreichischen Filmgeschichte. Mit: Hans Moser, Johannes Riemann, Anny Miletty, Gisela Werbezirk, Armin Berg, Eugen Neufeld, Regie: Hans Karl Breslauer nach dem Roman von Hugo Bettauer, Buch: Hans Karl Breslauer, Ida Jenbach, Kamera: Hugo Eywo, Österreich 1924, 87 Min, Fassung: Deutsche Zwischentitel; Format: S/W
Ort: Saal im Schloss, Schlossplatz 2, 2120 Wolkersdorf, Eintritt: 6,- Euro, 5,- für Mitglieder, Reservierungen unter: info@forumwolkersdorf.net oder über www.forumwolkersdorf.at
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