In der von 21. März bis 5. Mai 2019 laufenden Ausstellung ÜBERICH präsentiert die Ausstellungsbrücke im Landhaus St. Pölten die ganz persönliche („Kunst“-)Geschichte von Peter Braunsteiner, seinen Versuch, die ersten sechs Lebensjahre – hier fehlt dem Künstler jede Erinnerung – in Gmünd zu erkunden und den Wurzeln seines künstlerischen Schaffens nachzuspüren. Zur Ausstellung spricht die Kunsthistorikerin und Kustodin der Landessammlungen Niederösterreich Alexandra Schantl.
Für das Projekt ÜBERICH entstanden 2014 die ersten Zeichnungen mit Tusche auf Folien und kombiniert mit Linoldrucken und Alu-Schablonen. Die Begriffe KÖRPER/GEIST/SEELE und ihre Verhältnisse zueinander waren das Hauptmotiv. In weiterer Folge erlangte die Frage nach der Rolle des Unbewussten im Schaffensprozess immer mehr Bedeutung: Wie konnten bestimmte Themenfelder entstehen und warum sind sie teilweise bis heute wirksam?
Zeichnen ist für Peter Braunsteiner in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Der Künstler meint dazu: „Hat sicher mit dem Alter zu tun. Es ist einfach gemütlicher, am Tisch zu sitzen, alles Notwendige in Reichweite zu versammeln und entspannt zu schauen, wie sich das Innerste über die Hand nach Außen öffnet und – auf dem Papier oder auf dem Stoff oder was immer vor mir liegt – seine Spuren hinterlässt. Das „alles Notwendige in Reichweite“ klingt so nach Ordnung, nach einem konzentrierten, japanischen, oder zumindest fernöstlichen Zustand, wo mit sparsamsten, ritualisierten Bewegungen ein perfektes Irgendwas gelingt. Nicht bei mir. Für mich ist ALLES notwendig. Alles was gerade vorhanden ist. Das Gegenteil, dass NICHTS vorhanden ist, gibt es für einen Zeichner gar nicht. Und wenn es nur die Spur ist, die ein Fingernagel auf einem Brettljausenbrett hinterlässt, irgendwas gibt es immer.“
Peter Braunsteiner hat im Laufe der Zeit eine Menge verschiedener symbolisch-archetypischer Gestalten und Figuren erzeugt: Aus Alublech gesägte Schablonen und in Linol geschnittene Druckformen. Diese Elemente werden immer wieder unterschiedlich kombiniert, überzeichnet, mit Lösungsmittel entfernt. Die verbliebenen Spuren werden wieder überarbeitet, wieder entfernt usw., solange, bis etwas überbleibt, das Sinn und Bedeutung vermittelt, oder zumindest in die Nähe des eigentlich Unsagbaren in der Tiefe kommt.
„Was sich anfangs als ein mehr oder weniger unbewusster Fluss von allgemeinen archetypischen Einzelmotiven darstellte, verdichtete sich letztlich zur Frage, woher kommt meine Formensprache, woher kommen meine verschiedenen Interessensgebiete, woher meine Motive in der künstlerischen Arbeit?“, so der Künstler. Am Ergebnis dieser ganz persönlichen Suche Peter Braunsteiners können die BesucherInnen bis zum 5. Mai auf der Ausstellungsbrücke teilhaben.
Peter Braunsteiner wurde 1946 in Gmünd in NÖ geboren. Er studierte an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien, Meisterklasse Prof. Herberth. Ab 1973 war er als freischaffender Künstler tätig. Gemeinsam mit seiner Frau Ingeborg Braunsteiner bezog er Atelier und Werkstatt in Wien. Er ist Mitglied des Wiener Künstlerhauses. Seit 1974 Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland.
Vernissage: Mittwoch, 20. März 2019, 18.30 Uhr
Begrüßung: Theresia Pumhösel, Leiterin der Ausstellungsbrücke
Einführung: Alexandra Schantl, Kustodin, Landessammlungen Niederösterreich
Eröffnung: Abgeordnete zum NÖ Landtag Margit Göll in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner
Winzer: Buschenschank Hauck
Im Anschluss laden wir zu Imbiss und Weinverkostung!
Ort: Ausstellungsbrücke, Regierungsviertel, Landhausplatz 1, Haus 1, 3. Stock, 3109 St. Pölten
Ausstellungsdauer: 21. März bis 5. Mai 2019
Künstlerkontakt: www.atelier-braunsteiner.at
Aussenderin / nähere Informationen: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Abteilung Kunst und Kultur, Tel 02742/9005-15916, ausstellungsbruecke@noel.gv.at , Theresia Pumhösel