Im Rahmen von [dia´lekte] mundART-tage Waidhofen
in Kooperation mit dem Verein Spielplatz Kunst + Kultur
Im Anschluss Filmgespräch mit Regisseurin Ulli Gladik
Land: Österreich| Jahr: 2019 | Laufzeit: 94 Minuten | Regie, Buch, Produktion: Ulli Gladik
ZUM FILM: „Inland“ begleitet drei FPÖ-Fans vor und nach der Nationalratswahl 2017: Eine Kellnerin, einen Arbeitslosen und einen kleinen Beamten. In roten Arbeiterfamilien sozialisiert, setzen sie jetzt ihre Hoffnungen auf die FPÖ. Alle drei haben großes Unbehagen gegenüber „den Ausländern”. Gleichzeitig sehnen sie sich nach einem besseren Leben für „die kleinen Leute”. Der neue Film von Ulli Gladik („Global Shopping Village“) gibt intime Einblicke in ihre Probleme, Ängste und Gesinnungen und zeichnet so ein Bild einer sich im Umbruch befindenden Gesellschaft.
Im Herbst 2015 besuchte Ulli Gladik für eine Reportage die Wiener Wahlsprengel mit der höchsten FPÖ-Wählerschaft und der höchsten Grün-Wählerschaft. Sie interessierte die Frage, aufgrund welcher Themen Menschen einer Partei ihre Stimme geben. „Durch diese Gespräche wurden mir die kulturellen und ökonomischen Unterschiede in Wien bewusst“, sagt die Regisseurin. „Vor allem jene GesprächspartnerInnen, die angaben, die FPÖ zu wählen, hatten ein starkes Misstrauen gegenüber Politik. Das Thema Flucht und Migration stand für sie im Vordergrund. Erzählt wurde dabei oft nicht aus persönlicher Erfahrung, sondern von Berichten aus den Medien.“ Wenn diese GesprächspartnerInnen dann von ihrer persönlichen Situation erzählten, hätten sie immer wieder von Geldnöten, der Angst den Job zu verlieren, der Angst vor gesellschaftlichem Abstieg, psychischen oder physischen Belastungen und Erkrankungen, (familiären) Gewalterfahrungen, Diskriminierungen, Stress am Arbeitsplatz, mangelnder Solidarität und der sich für sie viel zu rasch verändernden Gesellschaft gesprochen, sagt Gladik. „Natürlich war es nicht immer so, dass Menschen, die unter beschriebenen Problemen leiden, automatisch die FPÖ wählen. Selbstverständlich sind ökonomische und soziale Probleme nicht zwingend Voraussetzung für eine Affinität zu einer rechten Partei. Ich fand aber immer wieder ähnliche Problemlagen, die verbunden mit bestimmten Denkmustern eine gewisse Bereitschaft zu schaffen scheinen, einer autoritär agierenden Partei zu folgen.“
Gladik fasste daraufhin den Entschluss, sich in einem Dokumentarfilm SympathisantInnen der FPÖ zu widmen. „Ausschlaggebend dafür war die Bundespräsidentschaftswahl im Jahr 2016, die Österreich in zwei Lager zu spalten schien“, sagt die Regisseurin. „Meine Intention war es, diese Spaltung zu überwinden und Menschen auf Augenhöhe und mit Respekt zu begegnen, um mit ihnen über ihr Leben und ihre Sicht auf Politik und Gesellschaft zu sprechen.“ Die Dreharbeiten zu „Inland“ fanden von Mai 2017 bis Oktober 2018 in Wien statt. Seine Premiere erlebte „der Film bei der Diagonale 2019 in Graz.
Der Verein Filmzuckerl zeigt „Inland“ im Rahmen von [dia´lekte] - mundART-tage Waidhofen in Kooperation mit dem Verein Spielplatz Kunst + Kultur am Dienstag, 11. September 2019, um 19.30 Uhr in der Filmbühne Waidhofen/Ybbs. Regisseurin Ulli Gladik wird dem Publikum nach der Vorführung für ein Filmgespräch zur Verfügung stehen.
Veranstaltungsort: Filmbühne Waidhofen/Ybbs, Kapuzinergasse 7, 3340 Waidhofen/Ybbs
Kartenpreise: 8,50 Euro regulär, 7 Euro ermäßigt, 6 Euro für Filmzuckerl-Mitglieder
Vorverkauf: Online Tickets https://ntry.at/filmzuckerlinland/performances/10035?l=de www.ntry.at
Information: 0680/110 76 22
Aussender / Infos: Verein Filmzuckerl, www.filmzuckerl.at , www.facebook.com/Filmzuckerl