Schloss Seisenegg, Seisenegg 1, 3322 Viehdorf
Wolfram Berger | Christian Bakanic – Akkordeon
Abgefahren! Wolfram Berger besteigt einen absurd skurril, zutiefst österreichischen Zug. Der vielseitige Schauspieler übernimmt in dem parodistischen Spiel „Kaiser Joseph II. und die Bahnwärterstochter“ von Fritz Herzmanovsky-Orlando alle 30 Rollen (!). Musikalisch entsprechend begleitet vom Akkordeonisten Christian Bakanic.
An der Bahnstation Wutzelwang am Wutzel spiegeln sich die letzten Jahre des alten Kaisers. Hier leben Bahnwärter Zwölfaxinger und seine lockige Tochter Innozentia, genannt Nozerl. Das Dasein geht beschaulich vonstatten, täglich passiert nur ein Zug, wenngleich auch nicht zu festgelegten Zeiten, der Zwölfuhrzug kommt gerne einmal um halb acht am Abend. Dennoch: Die Belegschaft hat wenig zu tun - ein Umstand, den das männliche Personal nicht selten nutzt, um in den umliegenden Wäldern wildern zu gehen. Eines schönen Tages fährt ein "schlichter, doch vornehmer Reisender" per Sonderzug ein. Schon bald entwickelt sich ein gewisses Naheverhältnis zwischen Nozerl und dem Herrn. Es handelt sich um den Kaiser persönlich, von Nozerl unerkannt. Jener stellt die heimkehrenden Wilderer zur Rede, er bezichtigt sie, "adlige Jagdlust zu verhöhnen". Schließlich trifft auch noch der britische Botschafter ein - mit einer für Österreich bedeutsamen Mitteilung.
Das zu Lebzeiten seines Autors nicht veröffentlichte Werk wurde postum am 10. Jänner 1957 in den Münchner Kammerspielen in der Bearbeitung von Friedrich Torberg uraufgeführt.
Wolfram Berger hat nun eine Theaterfassung erarbeitet, die wieder nahe am Originalwerk Herzmanovsky-Orlandos ist. Musikalisch begleitet von Christian Bakanic, verkörpert Wolfram Berger alle Rollen im letzten Bühnenstück des Autors.
Aussender / Infos: Mag. Thomas Bieber, Festivalleitung, thomas.bieber@klangraeume.at , www.klangraeume.at