Artothek Niederösterreich, Steiner Landstraße 3, 3500 Krems
20.10.2019 – 02.02.2020
Eintritt frei!
Gerlind Zeilners Werke fallen zunächst durch ihre besondere Farbigkeit auf. Unter dem Titel „Eck“ werden von 20.10.2019 bis 02.02.2020 neben ihren Gemälden und Zeichnungen auch eindrucksvolle Cut-Outs in der Artothek Niederösterreich zu sehen sein.
Die Arbeiten der 1971 in Mödling geborenen Künstlerin sind bunt, auffällig, lebhaft. Obwohl sie Gegenständliches darstellt, verwendet sie in ihrer Kunst nicht dessen tatsächliche Farben. Wie kommt sie zur besonderen Farbgebung ihrer Werke? In ihrer Vorstellung entstehen Farbideen für bestimmte Linien und Kuben. Auf diesen Anfang reagiert sie anschließend mit weiteren Farben, entwickelt die Koloration Stück für Stück immer weiter.
Das Zeichnen ist für Gerlind Zeilner von Unmittelbarkeit geprägt. Ihre Malerei beschäftigt sich mit der Malerei selbst, jedoch in einer zeichnerischen Herangehensweise. In ihrer unverwechselbaren Manier stellt sie unterschiedlichste Motive dar. Alltagsgegenstände nehmen einen besonderen Platz in ihren Werken ein, werden als Stillleben gruppiert oder als Bildgegenstand monumentalisiert. Auch Architektur, vor allem Innenräume, leer oder mit Personen, prägen ihr Werk.
Mit ihrer Malerei geht Gerlind Zeilner gerne aus der Fläche hinaus, variiert malerisches Denken in verschiedenen Objekten und Dimensionen. Das Wandern zwischen Zwei- und Dreidimensionalität ist essentiell für ihr künstlerisches Schaffen. Aus dem Bedürfnis der Verräumlichung entstehen Möbelobjekte, Setzkästen oder bemalte Cut-Outs aus Karton. Für die kommende Ausstellung fertigte sie einen speziellen, auf die Artothek bezogenen Cut-Out an. So unterschiedlich ihre Werke sind, stets leiten horizontale und vertikale Flächen ihren Bildraum und bilden damit das namensgebende „Eck“ der Ausstellung.
Die Künstlerin lässt sich von ihrer Umgebung inspirieren, von Figuren des täglichen Lebens und allgegenwärtiger Symbolik. Mythologie regt sie an, ebenso wie Comics. Deren Reduktion auf grundlegende Formen inspiriert sie dazu, einfache Formen mit neuem Körper und anderer Bedeutung „anzufüllen“.
Sie spielt mit der Idee, Symbole umzubesetzen, Klischees zu verwandeln und als Gefäße zu nutzen, welche mit neuer Substanz gefüllt werden können. Symbole hebt sie aus ihrem angestammten Bedeutungsraum heraus und setzt sie in anderen Kontexten als Motiv neu ein. Im Gegensatz zu Pop Art treibt sie die Absicht an, die Symbolik zu reduzieren, zurückzunehmen und zu abstrahieren. Auf diese Weise schafft sie es, in ihren Werken mit einfachen und bekannten Formen neue Bedeutungsebenen zu erzeugen.
Gerlind Zeilner wurde in Mödling geboren und wuchs in Salzburg auf. Seit ihrem Studium der Malerei und Grafik an der Akademie der bildenden Künste bei Prof. Gunter Damisch lebt und arbeitet sie in Wien. Seit 2017 leitet sie dort das Labor „Zeichnerische Studien“.
Aussender: Gajdos Matej, Matej.Gajdos@kunstmeile.at