Galerie Blaugelbezwettl, Propstei 1, 3910 Zwettl
'Streumond und Nebelfeuer' (Gedichte) / ‘Gehen’ (Prosa) - Richard Wall
Musikalische Intermezzi: Fairy Tunes, Irish & Austrian Folk
Richard Wall, ist ein österreichischer Schriftsteller, bildender Künstler und Übersetzer. Der in Engerwitzdorf und bei Langschlag im Waldviertel lebende Autor arbeitet literarisch vor allem in den Bereichen Lyrik, Essay, als bildender Künstler vorwiegend im Grenzbereich zwischen Text und Bild, Mischtechnik und Collage. Seit 1981 werden seine Werke in Ausstellungen präsentiert. Er veröffentlicht seine Bilder und Texte seit 1980 in Anthologien, Kultur- und Literaturzeitschriften und ist Mitglied der Grazer Autorenversammlung, der IG-Autoren und der Literaturvereinigung Podium.
Richard Wall, Streumond und Nebelfeuer, Gedichte, Löcker Verlag Wien.
Die Gedichte von Richard Wall schöpfen aus einer Fülle von Erinnerungen, Erlebnissen und reflektierten Sichtungen. Das unmittelbar Erlebte gibt zu denken, setzt den von Klang und Inhalt der Wörter angefachten Gedankenspaziergängen keine Grenzen. In einer seltenen Simultanität von Sinneseindruck, Geistesgegenwart und Notation finden intellektuelle, politische und magische Elemente zu einer Symbiose. Etwas Neues entsteht in diesem Atem-Raum Sprache. Vielgestaltige Gebilde, die den Autor am Ende selber überraschen.
Richard Wall, Gehen, Prosa
Jemand geht in einer ihm seit der Kindheit vertrauten „Landschaft“. Gehen / Sehen / Sich-Erinnern: Ein Wegesuchen (auch) nach ästhetischen Gesichtspunkten in einer mittlerweile von Zersiedelung, Lärm und Intensivlandwirtschaft geprägten „Landschaft“. Eine Verknüpfung von Topographie und poetischer Verdichtung. "Wer den Gegenstand anschaut, muss nicht an ihn denken; wer aber das Seherlebnis hat, dessen Ausdruck der Ausruf ist, der denkt auch an das was er sieht. Und darum erscheint das Aufleuchten des Aspekts halb Seherlebnis, halb ein Denken." (Ludwig Wittgenstein, "Philosophische Untersuchungen")
Dem Autor geht es um das "Seherlebnis" der durch den Text begleiteten Person (= Er), das heißt um eine gesteigerte Form der Wahrnehmung, der Wahr-Nehmung von Verdrängtem, Vergessenem, von einschneidenden Veränderungen (hin zum Negativen) etc. – um das zur Sprache-bringen diversester Aspekte, die nicht (mehr) gesehen (oder ausgeblendet) werden. Indirekt schwingt mit die Hegemonie des korrumpierten Blicks, der Verlust der sinnlichen Wahrnehmung in einer von Sekundärwelten geprägten Gesellschaft.
Aussender: M.A., martin@anibas.at