Dem facettenreichen Filmprogramm im Kunstraum Weikendorf folgt im Oktober Miriam Bajtalas Ausstellung dichtegeschichte. Im Schlosspark Grafenegg wird das bestehende Kunst-Ensemble durch eine permanente Skulptur von Flaka Haliti erweitert, die Besucher*innen zum Verweilen, aber nicht weniger zu Diskurs und Reflexion einlädt. Wir freuen uns über Ihr Interesse!
WEIKENDORF – Ausstellung
MIRIAM BAJTALA | dichtegeschichte in 18 Räumen
Samstag, 3. Oktober 2020, 17.30 Uhr, Ausstellungseröffnung
Kunstraum Weikendorf, Rathausplatz 1, 2253 Weikendorf
Für die aktuelle Ausstellung unterzieht die in der Slowakei geborene Künstlerin ihre eigene Vergangenheit einem experimentellen Akt der Vergegenwärtigung und Aktualisierung. Ausgangspunkt sind Rekonstruktionen der Grundrisse der Wohnungen, in denen sie gelebt hat – eine Art räumlicher Lebenslauf. Anhand dieser grafischen Vorlagen erstellte sie zu jeder Wohnung 18 Textminiaturen, in denen einerseits Fragen zu sozialer Herkunft, Arbeitermilieu, Migration aufgeworfen werden und andererseits dissoziative Risse hinsichtlich Scham, Wut und anderen Gefühlen entstehen. Davon ausgehend hat sie Assoziationsräume in Form von Text und Zeichnung entworfen, die sich zu Achsen eines Reflexionsfeldes zusammenfügen, das in der Betrachtung dazu anregt, die eigenen dichten Geschichten zwischen Jetzt und erinnertem Jetzt nachzuziehen. Eine künstlerische Anleitung zur Selbstermächtigung.
Informationen zum Shuttle
Covid-19 bedingt bitten wir Sie um eine verpflichtende Anmeldung zu unseren Veranstaltungen unter: publicart@noel.gv.at , Tel 02742/9005 13504
Sonntag, 18. Oktober 2020, 16 Uhr
Kunstgespräch mit der Künstlerin und den Kunst- und Kulturvermittlerinnen Gabriele Stöger und Bärbl Zechner
Ausstellungsdauer: 4. Oktober 2020 bis 28. März 2021
SCHLOSSPARK GRAFENEGG – Skulptur
FLAKA HALITI | Manufactured For The Purpose of Fainting (after screaming)
Samstag, 10. Oktober, 16 Uhr, Präsentation
Schlosspark Grafenegg, 3485 Grafenegg
Das Sitzobjekt aus weißem Marmor vereint gekonnt historische wie aktuelle Lesarten in sich und bringt diese in einen diskursiven Austausch: „Fainting Couch“ (Ohnmachtssofa) wurde zu Beginn des letzten Jahrhunderts zu einer gängigen Bezeichnung der Chaiselongue im Rückblick auf ihre Popularität in den bürgerlichen Salons des 19. Jahrhunderts und den zeitgleich häufig auftretenden Schwächeanfällen, die wiederum oft in Verbindung mit der damals vielfach diagnostizierten Hysterie gebracht wurden. Dass die antiken Vorläufer des gleichen Möbels als Ort des Dialogs und philosophischen Diskurses galten, zeigt, wie Zuschreibungen von Objekten einem permanenten Wandel unterliegen und damit auch Raum für Widerspruch und Verhandlung, Diskurs und Assoziation erzeugen können.
Flaka Halitis künstlerische Praxis geht formal poetisch wie alltagsbezogen vielfach Fragen von Sehnsüchten und Machtstrukturen nach, die sie hier nun anhand einer abstrahierten Übersetzung des historischen Möbels subtil in den Kontext gegenwärtiger Gesellschaftsstrukturen und der Selbstoptimierung als verbreitetem Leitbild zur übergreifenden Diskussion stellt.
Informationen zum Shuttle
Covid-19 bedingt bitten wir Sie um eine verpflichtende Anmeldung zu unseren Veranstaltungen unter: publicart@noel.gv.at , Tel 02742/9005 13504
Schlosspark Grafenegg
Programmänderungen vorbehalten. Alle zu diesem Zeitpunkt geltenden Maßnahmen der Bundesregierung betreffend Covid-19 finden Anwendung.
Allgemeine Rückfragen / Kontakt: Juliane Feldhoffer, Pressebereich
Aussender: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Abteilung Kunst & Kultur, Landhausplatz 1, 3109 St. Pölten, newsletter@noel.gv.at , Tel 02742/9005 13245, www.publicart.at/de/home/