Intervention am Rathausplatz St. Pölten am Sonntag, dem 1. November 2020 mit Teilnehmer*innen des Festspielhaus-Jugendklubs, Christina Gegenbauer und donhofer.
Mit viel Witz, Ironie und Mut intervenierten die Jugendlichen am Sonntag auf dem Rathausplatz mit den Passant*innen, die gerne stehen blieben und sich in die Performance mit Christina Gegenbauer (Kulturpreisträgerin des Landes NÖ), donhofer. und den jungen Aktionskünstlerinnen Malena Hahn, Ruandoz Mohammed, Laura Auferbauer und Perwin Cheikh Mousa hineinziehen ließen.
Thematisch setzten sich die Jugendlichen mit einem doppelten Bruch auseinander.
Mit gelben Luftballons wurde das alltägliche Nebelgrau, das symbolhaft für diese schwierige Zeit des drohenden zweiten Lockdowns steht, mit einer gehörigen Portion jugendlicher Lebensfreude durchbrochen. Auf der anderen Seite ging es in einzelnen Sequenzen um das Ausbrechen aus gesellschaftlichen und ästhetischen Normen und um das Aneignen des öffentlichen Raumes als Ort, an dem Begegnung auch über Distanz möglich ist.
Das Empowerment der vier jugendlichen Teilnehmer*innen war zentrales Element des Workshops im Rahmen des Jugendklubs des Festspielhaus St. Pölten.
In einzelnen Sequenzen wurde die urbane Bühne bespielt: Sie interagierten mit Passant*innen, spielten Szenen, verwandelten sich in lebendige Skulpturen, bauten gemeinsam Installationen, steckten das Publikum mit positiver Energie an, bewegten sich gekonnt durch den Raum und formten poetische Bilder. Am Ende wurden dem Publikum, das trotz Regen geblieben war, Ballonblumensträuße überreicht. So mancher Luftballon machte sich auf den Weg über die Stadt und setzte so ein Hoffnungszeichen für eine Zeit, die nicht mehr von Corona überschattet sein wird.
Beim Jugendklubfestival konnten jeweils bis zu fünf Jugendliche in verschiedenen Workshops mit Künstler*innen vier Tage lang intensiv zusammenarbeiten.
Urban Styles oder Hip Hop tanzen, den Soundtrack zu einem Film komponieren, Computercodes mit Poetry kombinieren, mit Streetphotography experimentieren, sich in einer Band musikalisch ausprobieren, Skateboard auf dem Grip trainieren, bei Parkour und Freerunning jedes innerstädtische Hindernis überwinden und den ganzen Rathausplatz und die Herzen des Publikums erobern.
Der Jugendklub des Festspielhaus sollte am Donnerstag eigentlich mit 187 Plätzen starten, wurde coronabedingt allerdings auf 66 Teilnehmer*innen mit 13 Workshopleiter*innen in Kleingruppen reduziert. Die Workshops fanden dezentralisiert in verschiedenen Locations auch mitten in der Stadt statt. Eine qualitative Vertiefung war heuer gut möglich, weil in den Kleingruppen konzentriert gearbeitet werden konnte. Sowohl die Künstler*innen, die die Workshops leiteten als auch die Teilnehmer*innen waren über diese Möglichkeit der sehr persönlichen Begegnung und künstlerischen Zusammenarbeit begeistert.
DOWNLOAD HIGHRIZE BILDER | Fotocredit: © Vincent Kelsey
Kurzbios der beiden WorkshopleiterInnen:
donhofer. ist österreichischer Aktionskünstler, Zeichner und Maler. In seiner Kunst spielen bildnerische und performative Elemente eine bedeutende Rolle, aber auch die Einbindung des Publikums. Thematisch bezieht sich seine Kunst oftmals auf gesellschaftliche Missstände des 21. Jahrhunderts, die sich rund um die Themenkreise Macht, Dekadenz, Geld und Medien drehen. Seine Arbeiten sind u.a. in Wien, Basel, Köln, New York, Warschau und Berlin zu sehen.
Christina Gegenbauer ist Regisseurin aus St. Pölten. Nach ihrem Studium in Wien assistierte sie zunächst an verschiedenen Theatern in Österreich und Deutschland. Seither inszenierte sie u.a. am Wiener Burgtheater, Staatstheater Nürnberg, Theater Regensburg, Theater Münster und am Tiroler Landestheater. 2019 erhielt sie den Kulturpreis des Landes Niederösterreich in der Sparte Darstellende Kunst.
Aussender: donhofer. www.donhofer.com