Im Jahre 1920, also genau vor 100 Jahren trafen einander Franz Kafka und Milena Jesenská an der tschechisch-österreichischen Grenze in Gmünd. Sie, die tschechischsprachige Journalistin und Übersetzerin aus Wien und er, der deutschsprachige Versicherungsangestellte und Schriftsteller aus Prag kommend. Ihre Begegnung findet an einem Ort in und einer Situation statt, die man mit nur einem Wort beschreiben könnte, das erst später in den weltweiten Sprachgebrauch kommen sollte: kafkaesk.
Dieses schicksalhafte Treffen der beiden Liebenden in Gmünd fand seinen Niederschlag in den „Briefen an Milena“ und damit Eingang in die Weltliteratur. Über 40 Mal kommt der Name Gmünd in Kafkas Werk vor.
Franz Kafka ist heute unbestritten einer der größten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, Milena Jesenská hingegen ist vorwiegend als „Kafkas Freundin“ bekannt, ihre großartigen Essays und Schriften, ihre Aktivitäten im Widerstand gegen die Nazis, kennen hingegen nur wenige.
Jetzt ist zu diesem Thema im Verlag der Provinz das Buch: „Begegnung an der Grenze: Milena Jesenská und Franz Kafka in Gmünd“ erschienen.
Das Lesebuch zeigt die Begegnung von zwei besonderen Menschen in einer besonderen Zeit an einem besonderen Ort. Es ist auch als ‚Tribute‘ an die faszinierende Person Milena Jesenská, die großartige Essayistin und Widerstandkämpferin, gedacht. Und macht eine besondere Liebesgeschichte wieder lebendig. Anhand von Originaltexten und ergänzt mit einem ‚Panorama‘ über die kleine Weltstadt Gmünd/Čmunt v Czechách im Jahr 1920.
„Es gibt eine unübersehbare Anzahl an Büchern von und über Franz Kafka aber nur wenige über Milena Jesenská. Dieses Lesebuch ist das erste, das seine und ihre Texte gleichwertig nebeneinanderstellt. Man erhält so einen neuen Blick auf diese Liebesgeschichte, die Eingang in die Weltliteratur gefunden hat und die in Gmünd ihren Zenit erlebte. Aufbauend auf die vielen Vorarbeiten der Lokalhistoriker habe ich diese Texte um ein Panorama über das Umfeld der Begegnung ergänzt. Die Begegnung war nicht nur für die beiden Liebenden sondern auch für die Stadt und die in und um Gmünd lebenden Menschen eine Zäsur, hier wurde genau zu dieser Zeit die Staatsgrenze zwischen der Tschechoslowakei und Österreich, zwischen dem Bahnhof und der Stadt Gmünd neu gezogen“ (der Autor).
Das Buch hat 192 Seiten und ist zum Preis von 22 € zu beziehen: im Buchhandel, beim Verlag www.bibliothekderprovinz.at oder beim Autor selbst sam@ild.cc ; Tel 0664/150 53 48. ISBN: 978-3-99028-959-4
Aussender: Thomas Samhaber, sam@ild.cc