NESTROY-Preis in der Kategorie „Bester Nachwuchs männlich“
Es ist nur eine kleine Stelle, so groß wie das Blatt einer Linde. Dort allein, an der Schulter, ist der Drachentöter Siegfried verwundbar, denn bei seinem Bad im Drachenblut war ein kleiner Fleck Haut von einem Blatt bedeckt. Solange dies ein Geheimnis bleibt, ist Siegfried unbesiegbar. Als strahlender Held und Besitzer des Nibelungen-Schatzes macht er sich auf, um die sagenhaft schöne Burgunder- Prinzessin Kriemhild zu freien. Tatsächlich verliebt sich Kriemhild sofort in Siegfried. Doch der Burgunder-König Gunther will Kriemhild nur verheiraten, wenn es eine Doppelhochzeit wird: Er begehrt Brünhild, die wehrhafte Königin der Isländer. Um sie zu erobern, hilft Siegfried Gunther mit einer Tarnkappe. Als Brünhild später von diesem Komplott erfährt, schwört sie Rache. Durch eine List getäuscht, verrät Kriemhild Siegfrieds verwundbare Stelle …
„Die Nibelungen“ sind das bekannteste europäische Heldenepos, aber zugleich ein großes Liebesdrama, ein Ritterspektakel und eine Geschichte um Freundschaft und Verrat. Angesiedelt im Donauraum, in einer Zeit zwischen magischer Vorzeit und dem Beginn der westlichen Zivilisation. Der Mord an Siegfried setzt eine Spirale der Rache in Gang, deren Showdown durch politische Motive im sich verändernden Europa und persönliche Interessen beschleunigt wird. Mit allen Ingredienzien heutiger Fantasy-Blockbuster erzählt dieser klassische Stoff unserer Kulturgeschichte von den Bruchlinien von Menschlichkeit und Zivilisation.
„Das Landestheater versetzt das Geschehen im Mittelalter auf einen Parkplatz der Neuzeit. Das funktioniert erstaunlich gut. Siegfried der Drachentöter, der von allen Schauspielern (u.a. Laura Laufenberg) gespielt wird, liegt gleich zu Beginn tot im Kofferraum eines Autos. Was davor geschah, also der Inhalt des ganzen Nibelungenlieds, wird in Form einer Rückblende erzählt. Die ist voll von Spannung und Situationskomik.“ – NÖN
Die Nibelungen zählen zu den ältesten Rittersagen, sind gut abgehangener Kulturgeschichtestoff; wie jedoch Regisseur Mathias Spaan die Geschichten von Siegfried, Brunhild und Co. auf die Bühne des Landestheaters Niederösterreich hievt, ist nichts weniger als hitverdächtig: Die Rampe dominiert ein Auto; die Ritter sind hier, grundanders als in der Vorlage, mit weit überhöhter Pferdestärke-Zahl unterwegs, sie tragen Lederjacken, Micky-Maus-T-Shirts, Schulhoflässigkeit dominiert, ihre Rollen wechseln sie so schnell wie ihre knallbunten Perücken.
Aus den wilden Rittergeschichten entwickelt sich ein hochenergetischer Theaterabend voll absurder Volten, der trotz aller Abweichungen das Original nie verrät. Was Spaan vollbringt, zeugt von beträchtlichem handwerklichem Können. Mehr davon! Petra Paterno, Nestroy Jury
Online-Stream Fr 27.11.2020 ab 19.30 Uhr –
Frei verfügbar 48 Stunden - www.landestheater.net
Mit: Philip Leonhard Kelz, Bettina Kerl, Laura Laufenberg, Valentin Postlmayr
Inszenierung: Mathias Spaan, Bühne/Kostüm: Anna Armann
Landestheater Niederösterreich zu Gast in der Bühne im Hof. Die Produktion, empfohlen für Menschen ab 12 Jahren, feierte am 22.01.2020
Premiere und begeistere Jung und Alt gleichermaßen.
Mitschnitt der Generalprobe von Johannes Hammel.
Aussender: Rupert Klima, Rupert.Klima@landestheater.net