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Veranstaltungen und Festivals

Herbergssuche: „Kunst von Tür zu Tür“ in Melker Altstadt

(Street art)Kunst-Projekt gestaltet Türen und Eingangsbereiche

Die „Herbergssuche“ ist ein alter Brauch in der Adventzeit, dessen bis heute vorhandene soziale Relevanz der Verein MERKwürdig im 26. Jahr seiner traditionellen musikalischen Herbergssuche „MarandJosef“ mit einer ganz besonderen Ausstellung im öffentlichen Raum in der Melker Altstadt in den Blick nehmen möchte: Fünf renommierte (Street-Art)Künstler*innen werden im Dezember bekannte historische Eingangstore in der Melker Altstadt mit künstlerischen Interventionen versehen.

„Die notwendige Bekämpfung der Covid-19-Pandemie fordert uns in unserem Alltag und beherrscht seit Monaten die Schlagzeilen und unsere Gespräche. So manch wichtiges soziales Thema tritt dabei in den Hintergrund. Deshalb wollen wir gerade die immer wieder aktuellen Themen Flucht und Schutzsuche in der Vorweihnachtszeit verstärkt ins Bewusstsein holen“, erläutert MERKwürdig-Obmann Alexander Hauer die Intention der bereits 26. Auflage von „MarandJosef“.

Seit 1999 veranstaltet der Verein MERKwürdig – Zeithistorisches Zentrum Jahr für Jahr – gemeinsam mit dem Landesklinikum und der Krankenhausseelsorge – am vierten Adventsonntag die musikalische Herbergssuche „MarandJosef“. Die Veranstaltung bestand immer aus zwei Teilen: Zum einen besuchten Musiker*innen die Stationen des Krankenhauses, um jenen Menschen, die Weihnachten bzw. zumindest die Tage davor nicht in ihrer vertrauten familiären Umgebung feiern konnten, eine besondere weihnachtliche Stimmung durch Musik zu ermöglichen. Der zweite Teil – ein Konzert in der Krankenhauskapelle – sollte den Zuhörer*innen immer auch sehr deutlich vermitteln, welche sozialpolitische Botschaft in der Herbergssuche liegt, aber auch in den Liedern zu finden ist.

„Wenn wir an Weihnachten denken, ist uns oft nicht bewusst, dass die Heilige Familie von Bethlehem nach Ägypten fliehen musste, um dort zumindest für einige Zeit Schutz zu suchen. In gewisser Weise war Jesus wohl ein Flüchtlingskind. Der Herbergs-Wirt in Bethlehem, der Maria und Josef einen Platz im Stall gibt, setzt hier aus unserer Sicht durchaus ein Zeichen von Empathie und nicht von Zurückweisung,“ interpretiert MarandJosef-Mitkuratorin Judith Mandlburger.

Von Tür zu Tür: Auf Herbergssuche in der Altstadt
Aufgrund der aktuell schwierigen äußeren Umstände hat sich der Verein MERKwürdig dazu entschlossen, die Corona-Pandemie als Chance zu verstehen und die Veranstaltung heuer völlig neu zu denken: „Die Pandemie ist eine Steilvorlage, den Begriff der Herbergssuche neu zu denken, künstlerisch zu beleuchten und damit vielleicht sogar deutlicher als in den letzten Jahren in den Mittelpunkt zu stellen“, so das MERKwürdig-Team. Aus diesen Überlegungen heraus entstand folgende Idee: Fünf (Street-Art)Künstler*innen werden eingeladen, zum Thema „Herbergssuche“ verschiedene Melker Eingangstore bzw. Durchgangsbereiche zu gestalten. Neben der großen Eingangstür der Melker Stadtpfarrkirche werden auch das Tor bei der Apotheke am Rathausplatz, das Tor beim „Zöchling Haus“ (alter Pfarrhof) in der Sterngasse, das Eingangsportal zum MERKwürdig-Büro in der alten Post (Linzer Straße) sowie der ehemalige Eingang des Krankenhauses Melk mit künstlerischen Interventionen versehen. Als Künstler*innen konnten dafür Persönlichkeiten gewonnen werden, die in der Vergangenheit zum einen große (Street-Art)Werke realisiert haben und zum anderen immer wieder – auch hier – ihre Zelte neu aufgeschlagen haben bzw. aufschlagen mussten. Biografien siehe unten!

„Beim Brauch der „Herbergssuche“ wird eine Wandermuttergottes von Tür zu Tür getragen, um zumindest für eine Nacht gleichsam Obdach zu finden. In der diesjährigen (Vor)Weihnachtszeit sind wir eingeladen, uns selbst auf den Weg „von Tür zu Tür“ zu machen, um mit den künstlerischen Gestaltungen der Tore den Blick auf die sozialpolitische Botschaft von Weihnachten, auf die gesellschaftlichen Aufforderungen des Humanismus zu schärfen“, lädt das MERKwürdig-Team zum Erkunden der Kunstwerke ein.

Die teilnehmenden Künstler*innen im Überblick

ANNAGRIT - Künstlerinnenkollektiv von Grit Oelschlegel und Anna Pritz.
Die gebürtige Leipzigerin Grit Oelschlegel lehrt am Institut für das künstlerische Lehramt der Akademie der bildenden Künste Wien und koordiniert das interuniversitäre Projekt ›EduArtMusic‹. Außerdem arbeitet sie am Centrum für Jüdische Studien der Universität Graz im interdisziplinären Projekt ›DERLA | Digitale Erinnerungslandschaft – Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus | Dokumentieren und Vermitteln‹. Die eigene künstlerische Praxis ist für sie Basis und Teil ihres professionellen Selbstverständnisses.
Auch Anna Pritz aus Emmersdorf lehrt und forscht im Fachbereich Kunst- und Kulturpädagogik am Institut für das künstlerische Lehramt an der Akademie der bildenden Künste Wien. Ihr Schwerpunkt in pädagogischer Theorie und Praxis ist die Schnittstelle zwischen Kunstuniversität und Schule. Sie ist Mitinitiatorin des strukturbildenden Projekts ›Die Akademie geht in die Schule. Gleichere Chancen durch interkulturelle Bildung‹. Beide arbeiten auf diese Weise im Spannungsfeld von Kunst, ihrer Didaktik und gesellschaftspolitischer Verantwortung.

ROB PEREZ
Die Kunstwerke des amerikanischen Künstlers mit kubanischen und puertoricanischen Wurzeln waren bei zahlreichen internationalen Ausstellungen unter anderem in den USA, Kroatien, Italien, Tschechien und Spanien zu sehen. Nun lebt der Street-Art-Künstler in Wien und hat sich mit seinen Graffitis auch hier schnell einen großen Namen gemacht.

LACHLAN „LOX“ BLAIR
Der australische Fotokünstler Lachlan LOX Blair studierte an der Australian National University und der Kyoto Seika University, Japan; er wurde vor allem für seine Landschaftsfotografie vom Australian Institute of Professional Photography ausgezeichnet. Er blickt auf ein breites Spektrum an Einzel- und Gruppenausstellungen als Fotograf, Grafiker und Ausstellungsmacher zurück. Im Jahr 2000 folgte der Umzug nach Europa, wo LOX zunächst an der Grafischen Lehr- und Versuchsanstalt Wien, Abteilung für Fotografie & Multimedia unterrichtete und Gastlektor für Fotojournalismus an der Fachhochschule für Management und Kommunikation in Wien war. Seine erste Einzelausstellung auf europäischem Boden war ›Ausgebadet‹, Wien 2002, zahlreiche weitere mit unterschiedlichsten seit dem Jahr 2000 entstandenen umfangreichen Werkserien. Seit 2012 lebt der Künstler in Emmersdorf/Donau.

DANIEL SOMMERGRUBER
Er ist vor Ort als Bühnenbildner der Sommerspiele Melk bekannt. Derzeit in der Meisterklasse von Markus Lüpertz nutzt er in seiner Arbeit unterschiedlichste Materialien und Techniken, zeichnet z.B. mit Kugelschreiber auf Transportpaletten, malt übergroße Bilder und entwickelt feinsinnige Skulpturen.

LINDA ZAHRA
in Salamieh, Syrien geboren. Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste in Chisinau, Moldawien, für Makeup Design. Weiters Arbeiten als Fotografin und Produktionsleiterin bei Filmprojekten. Mit ihrem Mann, einem politischen Dokumentarfilmer, musste sie Syrien verlassen, um der Verfolgung zu entgehen. Seit sechs Jahren lebt die Fotografin mit ihrer engsten Familie in Wien. Ihre Arbeiten waren und sind u. a. im Künstlerhaus Wien und derzeit in der Landesgalerie NÖ in Krems sowie bei Street Art Projekten zu sehen. Dabei stellt sie Menschen in den Mittelpunkt, die verfolgt werden und Gewalt erleiden; speziell widmet sie sich auch dem Thema Gewalt an Frauen und Kindern.

RAGNA SICHELSCHMIDT
Geboren in Mamers / Frankreich, aufgewachsen in Deutschland. Studium u. a. Freie Malerei und Grafik an der Freien Kunstakademie Essen, Meisterschülerin. Grafikerin und bis Ende 2000 Art Directorin. Seither freischaffende Künstlerin. Kulturförderpreis Obernberg 2004 und Kunstförderpreis des Kulturforums Overath 2007. Ausstellungen u. a. in Köln, Bonn, Görlitz, Lods (Frankreich), Wien, Biennale Venedig. Zahlreiche Arbeiten im öffentlichen Raum u. a. in Hamburg, Bochum, Overath. Seit Sommer 2012 wohnhaft im Wienerwald.

Aussender / Rückfragehinweis: Verein MERKwürdig – Zeithistorisches Zentrum Melk, Obmann Alexander Hauer (0664/604 99 555), Mail: info@melk-memorial.org | Web: www.melk-memorial.org | Facebook: https://www.facebook.com/MelkMemorial | Instagram: https://www.instagram.com/merkwurdigmelk/

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