The Cure of Melancholy, der eher vernachlässigte zweite Band der großen Renaissanceabhandlung über seelische Umnachtung - Burtons Anatomy of Melancholy, 1621 - gilt nicht der Dunkelheit, sondern dem Blick hinaus. "I write of melancholy to avoid melancholy", schreibt Burton. Aus den Tiefen seiner eigenen Erkrankung schweifen seine Gedanken über die Musik der Sphären, die Magie der Steine, des Wassers, das Halluzinieren, die Heilsäfte, wohltuende Gerüche, die Freuden der Natur, des Schlafes, der Neugierde, über Zauber und Naturgeister wie über die unbeantworteten Fragen der aufkeimenden Wissenschaft. Gedankenfragmente aus diesem Werk dienen als gesprochene Glossen zu einem erweiterten "Streichquartett": ein Dialog mit dem "alter ego" des Schriftstellers - verkörpert durch eine Singstimme - die melancolia lacrymosa - die ihn begleitet, tröstet, zustimmt, widerspricht.
Die Performance bildet den Fokus eines multimedialen Projekts The Cure of melancholy: Ausblicke aus einem verfinsterten Raum, (Kuratorin: Christine Janicek), das im Kunstraum Nestroyhof vom 24. März - 22. April 2021 stattfindet. Eine live Aufführung kam coronabedingt nicht zustande. Das Video, aufgenommen im großen Saal im Schloss Wolkersdorf, ist jetzt hier https://virtualfluss.at/ abrufbar.
Aussender: FLUSS - NÖ Initiative für Foto- und Medienkunst, Schlossplatz 2, 2120 Wolkersdorf, Tel 02245/54 55, info@fotofluss.at , www.fotofluss.at