Am Montag, 3. Mai, öffnet das Weinviertler Museumsdorf Niedersulz nach dem niederösterreichweiten Lockdown wieder seine Pforten für Besucher*innen. Zum Saisonstart präsentieren sich die Bauerngärten rund um die historischen Häuser und Höfe mit farbenprächtiger Frühlingsbepflanzung. Freuen darf man sich auf die neue Sonderausstellung „Schlafzimmerbilder – Zeugnisse populärer Frömmigkeit“, die ebenfalls ab 3. Mai zu sehen ist.
Ausflugsfreudige können im Weinviertler Museumsdorf Niedersulz ab 3. Mai wieder in das Alltagsleben eines typischen Weinviertler Dorfes um 1900 eintauchen. Auf 22 Hektar lassen sich an der frischen Frühlingsluft rund 80 Objekte aus 2 Jahrhunderten und der „Lebende Bauernhof“ mit Eseln, Gänsen, Ziegen, Schweinen und Geflügel erkunden. In den Gärten blühen schon Tulpen, Goldlack, Kaiserkronen, Stiefmütterchen, Bellis, Ranunkel und Vergissmeinnicht.
In der Eröffnungswoche, 3. – 9. Mai, wird im Museumsshop zusätzlich ein Pflanzenverkauf geboten. Dort können Paradeiser und andere Gemüsepflanzen, die vom Gartenteam des Museumsdorfs biologisch aufgezogen wurden, für den eigenen Anbau erworben werden.
Die neue Sonderausstellung „Schlafzimmerbilder – Zeugnisse populärer Frömmigkeit“ im alten Pfarrhof präsentiert Herz Jesu- und Herz Marien-Bilder sowie Schlafzimmerbilder im sogenannten Handtuchformat, die jahrzehntelang eine beliebte Dekoration über den Ehe- und Kinderbetten darstellten. Mit der Erfindung des industriellen Kunstdrucks ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden großflächige Bilder nach und nach für breite Massen leistbar. Der Typus des Schlafzimmerbildes im Handtuchformat setzte sich Anfang der 1920er Jahre voll durch und schmückte bald die Schlafzimmerwände vieler Bauern-, Handwerker- und Arbeiterfamilien. Neben religiösen Themen wie „Maria mit dem Kind“ und „Jesus als Guter Hirte“ waren auch weltliche Motive wie „Hochzeitstraum“ verbreitet. Der Verkauf der beliebten Öldrucke erfolgte oft durch fahrende Händler direkt an der Haustüre. „Schlafzimmerbilder waren ab den 1920ern lange Jahre überaus populär und weit verbreitet. Sie stellen einen wichtigen Teil religiöser Kulturgeschichte dar – auch für das Weinviertel – daher freut es mich, dass wir heuer eine Ausstellung mit vielen verschiedenen Schlafzimmerbildern gestalten konnten,“ so Veronika Plöckinger-Walenta, wissenschaftliche Leiterin des Museumsdorfs.
Ein weiterer Höhepunkt des Jahres ist die Wiedereröffnung des Kreuzstadels aus Groissenbrunn, der nach Renovierungsarbeiten ab 29. Mai wieder für die Besucher*innen zugänglich sein wird.
„Alltag im Dorf - Wie war das damals?“ lädt auch heuer zum aktiven Erleben ein. Wäschewaschen anno dazumal, die Arbeit eines Schusters oder Kräuterwissen für die bäuerliche Hausapotheke – Kulturvermittlerinnen und Handwerker zeigen den arbeitsintensiven Lebensalltag von damals und erwecken Dorfgeschichten zu neuem Leben. Sobald es die geltenden Corona-Schutzmaßnahmen erlauben, findet das beliebte Vermittlungsformat jeden Samstag, Sonn- und Feiertag von 13 bis 17 Uhr statt.
Mit der Saisonkarte kann das weitläufige Gelände des Museumsdorfs bis 1. November unbegrenzt besucht werden. Das abwechslungsreiche Programm und die wechselnde Blütenpracht sorgen stets für neue Erlebnisse.
Aussenderin / Info: Ines Oberngruber, BA, Weinviertler Museumsdorf Niedersulz GmbH, Niedersulz Nr. 250, 2224 Sulz im Weinviertel, Tel 02534/333, info@museumsdorf.at , www.museumsdorf.at , Öffnungszeiten: bis 1. November, täglich von 9.30 bis 18 Uhr