Nach einem abgesagten Literatursalon im letzten Jahr lädt das forumschlosswolkersdorf im Oktober 2021 zu einer Lesung mit einem Shooting-Star der österreichischen AutorInnen-Szene: Valerie Fritsch liest aus ihrem Roman „Herzklappen von Johnson & Johnson“. Alma und Friedrich bekommen ein Kind, das keinen Schmerz empfinden kann. In ständiger Sorge um ihren Jungen, ist es vor allem Alma, die ihn unaufhörlich auf körperliche Unversehrtheit kontrolliert. Jeden Abend tastet sie das Kind ab, um keine Blessur zu übersehen. Und nichts fürchtet die junge Mutter mehr als die unsichtbare Verletzung eines Organs, die ohne ein Zeichen bleibt. Halt findet Alma bei ihrer Großmutter, die jetzt, hochbetagt und bettlägerig und nach lebenslangem Schweigen, zu erzählen beginnt: vom Aufwachsen im Krieg, von Flucht, Hunger und der Kriegsgefangenschaft des Großvaters. Mit dem Kind auf dem Schoß, das keinen Schmerz kennt, sitzt Alma am Bett der Schwerkranken, die sich nichts mehr wünscht, als ihren Schmerz zu überwinden. Und in den Geschichten der Großmutter findet sie eine Erklärung für jene scheinbar grundlosen Gefühle der Schuld, der Ohnmacht und der Verlorenheit, die sie ihr Leben lang begleiten.
Valerie Fritsch, geb. 1989 in Graz, ist Schriftstellerin, Polaroidphotographin und Reisende, vor allem auf dem afrikanischen Kontinent. Für die Recherche des neuen Romans ‚Herzklappen von Johnson & Johnson (Suhrkamp) reiste Fritsch 16.000 Kilometer mit dem Auto von Graz nach Kasachstan. Nominierung für den deutschen buchpreis 2020
Saal im Schloss Wolkersdorf, Eintritt: EUR 6,--, EUR 5,-- Mitglieder, Jugendliche, Studierende, Lehrlinge, Karten auf www.forumwolkersdorf.at
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