von Peter van Kraaij | unter Verwendung historischer Quellen
Eine Koproduktion mit dem NTGent und dem Theater Manège Maubeuge
1933–1936. In Österreich herrscht der Austrofaschismus. In Deutschland wollen die Nationalsozialisten die Grenzen des Landes verschieben. Belgische Politiker, wie Léon Degrelle, gründeten faschistische Parteien und überzeugten viele junge Wallonen und Flamen im Zweiten Weltkrieg auf Seiten der Nazis zu kämpfen. In „Yellow“ engagiert sich eine flämische Familie mit großer Begeisterung für Hitler. Nur ein Onkel steht außerhalb dieser Ideologie und versucht, einer aus Wien geflohenen jüdischen Frau zu helfen. Nach und nach kommen innerhalb der Familie Zweifel gegenüber dem Nationalsozialismus auf. Viele andere haben sich nie ihrer Verantwortung gestellt. Wie der österreichische SS-Verbrecher Otto Skorzeny, der nach dem Krieg mit Degrelle unter Francos Regime in Spanien unbehelligt den Traum eines faschistischen Europas wiederbeleben will.
In seiner Trilogie „The Sorrows of Belgium“ bearbeitet Regisseur Luk Perceval, einer der bedeutendsten europäischen Gegenwartsregisseure, die verdrängte Geschichte Belgiens. In „Yellow“, dem zweiten Teil, werden neben der Kollaboration der Belgier mit den Nazis auch die österreichisch-jüdischen Verstrickungen beleuchtet. Die poetisch-sinnlichen Bilder der auf Brieftexten basierenden Inszenierung spiegeln die schmerzhaften Familiengeschichten dieser dunklen Zeit wider.
Die Uraufführung am NT Gent konnte aufgrund der Pandemie im März 2021 nicht stattfinden. Luk Perceval und sein Team kreierten daraufhin eine eigene Filmversion, die erfolgreich gestreamt wurde und international für Aufsehen sorgte.
„Peter van Kraaij hat (...) einen beklemmenden, vielsprachigen Text verfasst, den Perceval in zwei pausenlosen Stunden beeindruckend auf die Bühne (Annette Kurz) bringt. .. Intensiv und in düsteren Bildern wird Geschichte erfahrbar. … Philip Leonhard Kelz, Tobias Artner, Bert Luppes, Oskar Van Rompay, Peter Seynaeve, Maria Shulga, Chris Thys, Valèry Warnotte und Lien Wildemersch spielen allesamt exzellent. Toll." Peter Jarolin Kurier
Inszenierung: Luk Perceval | Bühne: Annette Kurz | Kostüm: Ilse Vandenbussche | Musik: Sam Gysel | Choreografie: Ted Stoffer | Mit: Philip Leonhard Kelz, Bert Luppes, Oskar Van Rompay, Peter Seynaeve, Maria Shulga, Chris Thys, Valéry Warnotte, Lien Wildemeersch
In deutscher, englischer, französischer und niederländischer Sprache mit deutschen Übertiteln.
Landestheater Niederösterreich
Mi, 10.11.2021, 19:30 ** | Do, 11.11.2021, 19:30
* Stückeinführung 18.30 ** Publikumsgespräch nach der Vorstellung
Landestheater Niederösterreich, Rathausplatz 11, 3100 St. Pölten
Kartenvorverkauf: Kartenbüro St. Pölten/ Rathausplatz 19, 3100 St. Pölten, Tel 02742/90 80 80 600, karten@landestheater.net , www.landestheater.net
Aussender: Rupert Klima, Rupert.Klima@landestheater.net