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Dienstag, 08.03. und Mittwoch, 09.03., 19.30 Uhr, yellow Amstetten
Gott existiert, ihr Name ist Petrunya
Regie: Teona Strugar Mitevska, MK/BE/SLO/HR/F, 2019, 100 min.
Das Drehbuch dieses Films basiert auf wahren Ereignissen: In Nordmazedonien gibt es alljährlich am 19. Jänner in orthodoxen Gemeinden eine Prozession, in deren Verlauf ein Priester ein Kreuz von einer Brücke in einen Fluss wirft. Männer springen daraufhin hinterher und versuchen, das Kreuz ans Ufer zu bringen, denn das soll Glück bringen. Aber im Jahr 2014 konnte in der Stadt Stip ganz gegen jede Tradition eine Frau das Kreuz an sich bringen. Trotz Protesten der lokalen Bevölkerung und der Kirche weigerte sich die Frau, das Kreuz zurückzugeben und wurde daraufhin als „geistig verwirrt“ angesehen.
Petrunya (Zorica Nusheva) ist 31. Sie hat Geschichte studiert, aber sie hat keinen Job. Als sie wieder einmal von einem erfolglosen Vorstellungsgespräch nach Hause geht, (die Arbeitgeber fanden sie zu dick und zu alt), springt sie in den Fluss und mischt damit zufällig bei dem kirchlichen Ritual mit, das seit jeher männlichen Wesen vorbehalten ist, denn sie erwischt das Kreuz und schwimmt damit ans Ufer. Damit bringt sie allerdings die Gesellschaft in ihrem eher traditionell ausgerichteten Land gehörig durcheinander: Die Polizei nimmt sie – und vor allem das Kreuz – in Gewahrsam. Schließlich widmet sich eine Fernsehreporterin mit modernen Ansichten dem Vorkommnis und liefert auch die einschlägigen Stichworte: Mittelalter und Patriarchat.
Die Regisseurin thematisiert in dieser mehrfach preisgekrönten Satire die Gesellschaft, die modern sein will, aber die alten, überkommenen Regeln nicht loslässt: „Vieles von dem, was Petrunya erlebt hat, ist mir auch widerfahren. Ich weiß, was es bedeutet, eine Frau auf dem Balkan zu sein – umgeben von Ungerechtigkeit.“
Aussender: Perspektive Kino Amstetten, newsletter@perspektivekino.at