Schallaburg, Schallaburg 1, 3382 Schallaburg
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Reiternomaden in Europa beleuchtet Leben, Kultur und Schaffen von Hunnen, Awaren, Bulgaren und Ungarn aus unterschiedlichen Blickwinkeln im Jahr 2022 auf der Schallaburg. Damit eröffnet sich eine neue Sicht auf diese Völker, die in der Geschichte oft nur als brandschatzende Steppenreiter dargestellt wurden und heute neu betrachtet werden will.
Die Geringschätzung nomadischen Lebens seitens der Sesshaften hat eine lange Tradition.
Dabei war die nomadische Lebensweise keinesfalls primitiv. Reiternomaden wurden meist vor allem als Krieger und Eroberer wahrgenommen, weitere Eigenschaften und kulturelle Besonderheiten ausgeblendet. Doch verbreiteten die nomadischen Völker nicht nur Furcht und Schrecken, sondern hinterließen auch neue Technologien und Moden. Damit nahmen die Reiternomaden großen Einfluss auf ihre Umgebung und prägten den Kontinent Europa maßgeblich.
Spannende Einblicke abseits von Klischees und Vorurteilen
Bunt zusammengewürfelte nomadische Gruppierungen, die sich Hunnen, Awaren, Bulgaren und Ungarn nannten, schafften es sogar, sich mehr oder weniger dauerhaft im Karpatenbecken und im Donauraum anzusiedeln. „Im heutigen Niederösterreich finden sich zahlreiche Zeugnisse der frühmittelalterlichen Reiternomaden, große Gräberfelder mit zahlreichen Beigaben, Einzelbestattungen wie die „Fürstin von Untersiebenbrunn oder der Krieger aus Gnadendorf und die gewaltige Schanze von Thunau am Kamp. Sie werden in unserer Ausstellung in einen großen historischen Zusammenhang gestellt“, so Kurator Falko Daim.
Die Geringschätzung nomadischen Lebens seitens der Sesshaften hat eine lange Tradition. Dabei war die nomadische Lebensweise keinesfalls primitiv. „Es ist für unsere heutige Zeit geradezu erhellend zu sehen, wie fern frühmittelalterlichen Gesellschaften der Begriff von Nationalität und einheitlicher Sprache war. Und gerade die nomadischen Verbände waren extrem offene und multikulturelle Verbände. Was von den Steppenreitern schriftlich überliefert ist, das ist immer der Blick der anderen - ihrer Nachbarn und ihrer Feinde. Die Archäologie ist unsere einzige Möglichkeit, diese vergangenen Kulturen über ihre eigenen Hinterlassenschaften besser zu verstehen“, erzählt Kurator Dominik Heher.
Reiternomaden als prägende Bestandteile Europas
Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse über die einstigen Reiternomaden lösen Stereotype ab und bieten erstmals eine vergleichende Betrachtung dieser Kulturen. Der geographische Raum Niederösterreichs im weiteren Sinne ist für die Erforschung der frühmittelalterlichen Reiternomaden ein Knotenpunkt früher Begegnungen und eine Zone des oft friedlichen Austausches.
Mitteleuropa wurde kontinuierlich von reiternomadischen Kulturen geprägt, die ihre Heimat im eurasiatischen Steppenraum hatten – sie sind ein wichtiger und unterschätzter Puzzlestein in der Entstehung Europas.
SCHALLABURG
Reiternomaden in Europa | Hunnen, Awaren, Bulgaren, Ungarn
9. April - 6. November 2022
Aussender: Klaus Kerstinger, Pressesprecher Schallaburg & Niederösterreichische Landesausstellungen, Klaus.Kerstinger@schallaburg.at