Die Bundeshymne als Spiegelbild der österreichischen politischen Kultur
Heiß umfehdet, wild umstritten! Damit beginnt nicht nur die zweite Strophe der österreichischen Bundeshymne, diese Worte stehen auch für den Einfluss von Staatssymbolen – im Besonderen der Bundeshymne – auf die politische Kultur in Österreich. Beginnend mit der ersten Kaiserhymne 1797 bis zur Gender-Debatte rund um die Änderung des Hymnentextes 2011 („Töchter und Söhne“) äußert sich das „Österreichbewusstsein“, – also die Identifikation mit „Land und Kultur“ – kaum deutlicher als im ambivalenten Verhältnis der Österreicher:innen zur „Volks- bzw. Bundeshymne“. Im „Land der Berge, Land am Strome“ spiegeln sich (partei-)politische Bruchlinien, der Umgang mit der eigenen Vergangenheit, gesellschaftliche Veränderungen, bis hin zu internationalen Sportereignissen. Und die symbolische Kraft von wehenden Österreich-Fahnen zu den Klängen der österreichischen Bundeshymne bei den Corona-Demonstrationen stimmt auch in der unmittelbaren Gegenwart nachdenklich.
Mag. Michael Wilczek begibt sich im Rahmen einer Kuratorenführung am 22. April 2022 um 18.30 Uhr im Renner-Museum in Gloggnitz auf die musikhistorische Spurensuche.
Aussender: Mag. Michael WILCZEK, Kulturmanagement, mw@kulturlinien.at , www.kulturlinien.at