Am Donnerstag, dem 27.4., und am Freitag, dem 28.4., spiele ich jeweils um 15 Uhr ein Orgelkonzert in der Wiener Peterskirche auf der teils aus dem 18. Jahrhundert stammenden Emporenorgel der mit manchen Teilen ihrer Fresken auch auf die Musik bzw. das Musizieren Bezug nehmenden Wiener Peterskirche in Wiens Innerer Stadt.
Das Programm beider jeweils um 15 Uhr beginnenden Orgelkonzerte sieht jeweils so aus:
Johann Pachelbel (1653-1706), Präludium d-Moll, P. 407,
Wolfgang Amadé Mozart (1756-1791), Ave verum corpus, KV 618,
Johann Sebastian Bach (1685-1750), "Schafe können sicher weiden" aus der Kantate "Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd",
Choralvorspiel über "Gelobet seist du, Jesu Christ", BWV 604,
Choralvorspiel über "Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ", BWV 639,
Georg Schilling (*1978), Variationen über SWV 194 sowie über GL neu 380 ("Großer Gott, wir loben dich"), WoO,
Antonio Valente (um 1520 - um 1600), "Lo Ballo dell'Intorcia" aus "Intavolatura de cimbalo" (1576), WoO
Kurz auch ein paar Worte zu Antonio Valente: Man weiß nicht viel über Valentes Vita. Er wirkte im Raum Neapel und war von Geburt an blind; Valente lebte zu einer Zeit, da Neapel zu Spanien gehörte, was sich auch darin äußert, dass jedenfalls ein Teil seiner Kompositionen in einer spanischen und nicht einer italienischen Klavier-Tabulatur notiert wurde. Als Organist war Valente mehr als 10 Jahre in Kirche Sant'Angelo a Nilo, befindlich in der Altstadt Neapels, unweit der Piazzetta Nilo, tätig. In diesem Sakralbauwerk wirkte beispielsweise auch der Bildhauer Donatello. Von Valente werde ich ein sehr schwungvolles Stück zu Gehör bringen, das dem Hörer immer wieder klangliche "Wiedersehens"-Momente ermöglicht; ferner kurz auch ein paar Worte zu Johann Pachelbel: Nicht vielen ist bekannt, dass Pachelbel eine Zeit lang auch am Wiener Stephansdom wirkte. Von Pachelbel werde ich ein ebenfalls imposantes und recht läufereiches Stück mit manchen Orgelpunkt-Passagen spielen, wo man noch dessen Bezugnahme auf den Modus (bzw. die Kirchentonart) "D-Dorisch" bzw. "Dorisch auf d" wahrnehmen kann, und zwar nicht zuletzt daran, dass in Pachelbels d-Moll-Präludium, P. 407, bisweilen ein h, mitunter indes ein b erklingt. Der Aufbau des Präludiums lässt sich - aus einem Blickwinkel des Laufsportes gesprochen - auch als eine Art "Staffellauf" mit mehreren - sozusagen - "Staffelübergabestellen" skizzieren. Wenden wir uns damit auch kurz gleichsam zum "Zielbereich" dieses bisweilen gleichsam akustische "Klanggipfel" erklimmenden, präambulierenden, läufereichen Töne-"Runs" zu: Der Schluss von Pachelbels Präludium endet - und zwar im Tenor bzw. in der Tenor-Stimme - mit einer uns (klanglich) mittels eines Quart-Vorhaltes vorbereitet präsentiert werdenden, sog. Picardischen Terz ("Tierce de Picardie") bzw. mit einer sog. picardischen Terz ("tierce picarde"), mit deren Namensgebung ich mich bereits mehrfach recht intensiv befasste.
Aussender: Mag. Georg Schilling, Georg.Schilling@gmx.at