Rinaldas Würstelstand am Johannes von Nepomukplatz, Wiener Neustadt
Von 8.-17. Juni findet erstmal das WURST-Festival in Wiener Neustadt statt. Bei Rinaldas Würstelstand am Johannes von Nepomukplatz kann man an 8 Spieltagen drei unterschiedliche Off-Theater-Produktionen besuchen.
Von 8.-17. Juni wird bei Rinaldas Würstelstand (Johannes von Nepomuk Platz) eine temporäre Kleinkunstbühne aufgebaut und Besucher:innen haben die Möglichkeit an 8 Abenden gleich drei unterschiedliche Off-Theater-Produktionen zu besuchen.
Mit ausschließlich Profi-Schauspieler:innen aus der freien Theaterszene Österreichs, verspricht das Festival-Programm künstlerisch hochwertige und leiwande Off-Theater-Abende:
Wer spielt was? – DAS leiwande FESTIVAL-PROGRAMM
Am Eröffnungstag (8.6.) startet die Wiener Neustädter Kulturinitiative „glashaus – ernten was man sieht“ mit ihrer diesjährigen Sommertheaterproduktion. Inszeniert wird das Stück „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza, welches der modernen bürgerlichen Gesellschaft auf den Zahn fühlt, die hin- und hergerissen ist zwischen aufgeklärtem, vernünftigen Gutmenschentum und egoistischem Konkurrenzkampf. So liberal-aufgeklärt wir uns auch geben, am Ende behält scheinbar immer einer die Oberhand: Der Gott des Gemetzels.
TERMINE: 8.6. | 9.6. | 10.6. | 15.6. | 16.6.
Österreichs einzigartige Physical Theatre Company „LEMOUR“ - ebenfalls aus Wiener Neustadt – präsentieren „Selbstliebe und andere Zwischenfälle“ – eine absurde Sammlung an wortloser Alltagspoesie. Physical Theatre kann man sich ein bisschen wie einen Stummfilm live vorstellen, bei dem Elemente aus Tanz, moderner Clownerie, Slapstick und Schauspiel zu einem lebhaften Genre verschmelzen. (www.lemour.at)
TERMINE: 13.6. | 17.6.
Die „Lösshof – Kulturinitiative am Wagram“ aus dem Weinviertel bespielt für ein buchstäblich einmaliges Erlebnis die Bühne des WURST-Festivals. Die Creme de la Creme des Lösshof Teams und die Autorin und Regisseurin Klara Rabl übernehmen das „Story Unknown“. Bei diesem innovativen Bühnenformat weiß niemand, was gespielt wird. Weder das Publikum, noch die Schauspieler:innen. Weder um welches Stück, welches Genre, welche Rollen oder welche Inszenierung es sich handelt. Niemand… außer Klara Rabl – die exklusiv für den Abend ein Stück geschrieben hat. Das Publikum begibt sich gemeinsam mit den Spielenden Textseite für Textseite auf eine unbekannte Reise… in einen perfekt unperfekten Theaterabend. (www.loesshof.com)
TERMIN: 14.6.
Für alle Termine gilt: Einlass ab 19 Uhr | Vorstellung um 20 Uhr
Vorverkaufstickets gibt es ausschließlich online auf www.ntry.at/wurst-festival
Einzeltickets gibt es bereits um € 25,-. Beim Kauf von Kombi-Tickets oder einem Festival-Pass (2 oder 3 Vorstellungen) kann man bereits mit € 20,- pro Abend dabei sein.
WARUM überhaupt?
„Wie aus dem Würschtltheater WURST wurde“ von Birgit Klauser (Festivalleitung)
„Ich habe mich gefragt, was ist, wenn man etwas zu einer Bühne macht, was insgeheim Tag für Tag Bühne des alltäglichen Lebens ist? Was ist, wenn man die Wünsche, Sorgen und Dramen der Menschen dort darstellt wo sie auch im Alltag stattfinden? Was ist, wenn man die Schauspieler:innen und das Publikum nicht in ein Theater, sondern zum Ort des Geschehens – zu einem Würstelstand - bringt?“ (ich, 2018)
Was ist, wenn die Ladies von „glashaus“ das dann tatsächlich machen? Dann gibt es ein Sommertheater in Wiener Neustadt direkt beim Würstelstand. Als private Kulturinitiative mit überschaubaren Ressourcen gelang es 2018 und 2019 dennoch wunderbare, ausverkaufte Vorstellungen des „Würschtltheaters“ bei Rinaldas Würstelstand umzusetzen. Schön war das, und lustig, und anstrengend, und aufregend, und anstrengend, aber vor allem sehr, sehr leiwand! Und eigentlich wollten wir das 2020 so weiterführen, aber… ihr wisst schon…
Wir verlegten das Sommertheater kurzerhand in den Stadtpark und das Jahr darauf ins Akademiebad, aber es stand immer fest: wir werden zurück kommen! Mit dem nun 5. Wiener Neustädter Sommertheater kehren wir allerdings nicht alleine zurück zum Würstelstand – wir haben Verstärkung aus der Off-Theater Szene mitgebracht. Vielleicht, weil wir in den letzten beiden Jahren noch etwas näher zusammengerückt sind? - #leidensgenossinnen - hauptsächlich aber sind es schlichtweg sehr coole Frauen die - wie wir – hauptberuflich eine Kulturinitiative aus der freien, professionellen Theaterszene führen. Ich freue mich also, dass „LEMOUR – Physical Theatre“ und „Lösshof – Kulturinitiative am Wagram“ mit dabei sind… zurück beim Würstelstand! JUHU!
„Und das liebe Kinder, ist die Geschichte wie aus dem Würschtltheater WURST wurde; wie aus einem Sommertheater ein ganzes Off-Theater Festival wurde. Ich freu‘ mich drauf!“ (ich, 2022)
WAS IST OFF-THEATER eigentlich?
„Das Off-Theater ist frei“ von Elena Schwarz (Künstlerische Leitung)
Das Off-Theater ist frei. Frei von Konvention, von Grenze, von Verpflichtung. Es will nichts gewinnen und hat noch viel weniger zu verlieren. Losgelöst von zeitgenössischen, institutionellen oder kommerziellen Korsetten sucht das Off-Theater Experiment und Freiheit. Es schafft um des Schaffens willen. Seine Existenz ist seine Berechtigung. Mit ohne eigener Spielstätte, mit ohne fixes Ensemble, mit ohne Vorgaben von woher auch immer. Das kostet. Ideal, Willen, Geld. Für beide Seiten. Freies Theatermachen ist eine bewusste Entscheidung, freies Theatererleben ebenso. Menschen, die freies Theater erleben, lassen sich ein, schenken Zeit, Aufmerksamkeit und Geld. In der Rolle als Publikum sind sie Teil dieser Freiheit, ein Teil dieses „Offs“, das ihnen erlaubt, viele Augenblicke lang in ihrem eigenen emotionalen, sinnlichen und stimulierenden „On“ zu sein. Alles ist erlaubt, alles ist möglich. Für beide Seiten. Ein gemeinsamer Versuch mit Mut zum Unbekannten, mit Lust zum Scheitern, mit Liebe zum Wachsen. Das ist freies Theater. Das ist Off-Theater.
www.wurst-festival.at
Aussenderin: Glashaus Kollektiv, birgit@glashauskollektiv.com